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Glosse
vom 27. Oktober 2009:
Kinder und Klassen
Von
M.W.
Die
Bundesrepublik, so wird seit langem geklagt, ist geburtenschwach,
und deshalb wetteifern PolitikerInnen aller Parteien darin,
Aufzucht von Nachwuchs zu fördern. Die neue Bundesregierungskoalition
zeigt sich stolz darin, hier voranzuschreiten: Das Kindergeld
wird um 20 Euro heraufgesetzt und, was finanziell für
bestimmte Eltern ergiebiger ist, der steuerliche Kinderfreibetrag
angehoben. Angela Merkel und Guido Westerwelle, obgleich selbst
von diesem Thema nicht betroffen, haben begriffen, daß
Kind nicht gleich ist; schließlich wollen sie ja, um
mit Thilo Sarrazin zu reden, nicht dazu anregen, "ständig
neue kleine Kopftuchmädchen zu produzieren". Deshalb
wird die Kinderförderung nach Einkommensklassen gestaffelt.
Z.B.: Ein Ehepaar mit zwei Kindern und einem Jahreseinkommen
bis zu 30.000 Euro hat demnächst 480 per Anno mehr in
der Haushaltskasse, eines mit 200.000 gewinnt 871 Euro im
Jahr dazu. Wer hat, dem wird gegeben, wo kämen wir denn
hin, ein Leistungsträgerkind braucht eben auch mehr Staatsknete.


Gesammelte
Glossen 2006-2008
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