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Glosse
vom 24. Juni 2009:
Wahlprogramm der Linkspartei
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Hysterische
Reaktionen
Von
M.W.
Schimpfkanonaden
hat die Partei "Die Linke" mit dem Wahlprogramm
auf sich gezogen, das ihr Parteitag jetzt beschloß.
Um "Maulheldentum" handele es sich da, kommentierte
z.B. Alexandra Jacobson in der Neuen Westfälischen.
Die Linkspartei stelle "astronomische Forderungen"
auf, wohl wissend, daß sie bundespolitisch gar nicht
in die Regierungsverantwortung komme. Insbesondere die Idee
einer "Verstaatlichung der Schlüsselindustrien"
findet die NW-Kommentatorin völlig abwegig (daß
eben dieses Konzept in der immer noch gültigen Landesverfassung
NRW enthalten ist, wird ihr nicht bekannt sein).
Allerdings
hatte der Wahlparteitag der "Linken" sich gar nicht
entschließen können, besagte Forderung ins Programm
zu nehmen; den "Realos" in dieser Partei wäre
das wohl zuviel der Kühnheit gewesen. Die tatsächlich
von der "Linken" verlangten sozial- und wirtschaftspolitischen
Schritte haben nichts "Radikales"; man kann sich
vorstellen, daß Ähnliches, wenn die soziale Situation
sich weiter zuspitzt auch ein Politiker wie der CDU-"Arbeiterführer"
und NRW-MP Rüttgers zwecks Stimmenfang auf seine Fahne
schreiben würde.
Umso
erstaunlicher manche Medien-Reaktionen auf das Programm der
Linkspartei: "Ultraradikal-maximalistisch" wurde
es in der Welt am Sonntag aus dem Hause Springer genannt.
Die Inhalte der Politik der Linkspartei können es nicht
sein, die derart hysterische Bewertungen hervorrufen. Offenbar
bringt allein schon die Tatsache, daß in Zeiten der
vielbeschworenen "Mitte" eine Partei sich "Die
Linke" nennt, so manchen Zeitgenossen um den Verstand.


Gesammelte
Glossen 2006-2008
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