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Veranstaltung des Linken Forums Paderborn

»Das werden wir schon ändern...«

Eine Vorabend-Soiree in Memoriam Franz Josef Degenhardt...
 

Lieder, Geschichten und Texte von und über Väterchen Franz mit

Arno Klönne (Weggefährte) sowie
Hannes und Manfred Köllner (Lieder) und Roland Löhr (Texte)

 
Samstag,
17. Dezember 2011
18:00 Uhr


Kulturkneipe SPUTNIK
Imadstraße / Ecke Fürstenbergstraße in Paderborn
 

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Franz Josef Degenhardt


Ende November starb, kurz vor seinem 80. Geburtstag, Franz-Josef Degenhardt. Für viele fortschrittliche Menschen in diesem Land war er Impulsgeber und politischer Wegweiser.

Die stillen Helden des entschiedenen Teils der Arbeiterbewegung waren sein neues Deutschland: der Kommunist Rudi Schulte, die Mutter Mathilde, die Natascha Speckenbach. Schräge Vögel und aufrechte Menschen. „Franz-Josef Degenhardt, einer der größten Erzähler, von der Räudigkeit in diesem Deutschbankstaat; von der Menschenliebe der Kapitalfeinde (Dieter Dehm)“.
Allen, die sich erinnern und nicht einfach zur Tagesordnung übergehen wollen, möchte das Linke Forum einen Raum geben.



Presseberichte:

Neue Westfälische vom 22.12.2011:

Auf der richtigen Seite stehen

Erinnerungen an Franz Josef Degenhardt

VON ULLA MEYER

Paderborn. Die Menschen, die er besang oder besser: die durch ihn lebten, heißen Natascha Speckenbach, Mutter Mathilde und Rudi Schulte. Er warnte frühzeitig vor den Schmuddelkindern und schuf damit ein Volkslied. Die Refrains von Franz Josef Degenhardts Liedern können fast alle noch auswendig, die haben sich in Jahrzehnten auf der geistigen Festplatte dauerhaft verlinkt und sind einfach da. Auf Einladung des Linken Forums versammelten sich zahlreiche Degenhardt-Fans im Sputnik und dachten an den im November gestorbenen Liedermacher mit Reden, Texten und vielen, vielen Liedern.

„Kein Umfaller, kein Wendehals, kein Opportunist“ sei er gewesen, erklärte Arno Klönne, der Degenhardt nach dem Krieg in der autonomen bündischen Jugend kennen lernte. Dort erhielt er den Spitznamen „Karratsch“, nach dem damals berühmten Rennfahrer Rudolf Caracciola. Acht Romane, sechs Liederbücher, 55 Alben und Singles hat Degenhardt veröffentlicht, unglaublich viel Text. Seine Feindbilder hießen Vietnamkrieg, Notstandsgesetze, Berufsverbote, seine Freunde waren die Ostermarschierer, die Friedlichen und mit seinen Liedern hat er den Friedenskampf entscheidend begleitet.

Klar, dass der Abend nostalgisch wurde und man sich erinnerte, die Lieder auch schon unter anderen Produktionsbedingungen gesungen zu haben. Und so griffen Manfred und Heinrich Köllner wie früher zur Gitarre, kämpften mit den Texten, sangen die Lieder von den Schmuddelkindern, von Mutter Mathilde, von Rudi Schulte und der Sache, die so einfach aber schwer zu machen ist – und viele sangen mit.

Aber das umfangreiches Repertoire der Köllner-Brüder reicht nur bis in die großen Friedenskämpfe. Irgendwo sind am Ende der 80er Jahre die Melodien nicht mehr da. Die „neuen Texte“, von denen es zahlreiche gibt, wurden teilweise rezitiert und man merkte, dass sich Karratsch auch in den letzten zwanzig Jahren nicht wesentlich verändert hat.

Aber es ist dieses wohlig-warme Wir-Gefühl der 70er und 80er Jahre, die sich so nachhaltig in Degenhardts Texten und Liedern abgelagert haben. Diese besondere Wir, das auch explizit in seinen Liedern vorkommt: „Ich sing für euch“. Das Gefühl auf der richtigen Seite zu stehen ist Franz Josef Degenhardt niemals abhanden gekommen ist. Bis zu seinem Tod blieb er DKP-Mitglied und setzte auf Aufklärung über alltägliche spießbürgerliche Menschenfeindlichkeit, auf Widerstand gegen jede Art von Faschismus und radikale Opposition gegen jede Art von Kriegmacherei.

© 2011 Neue Westfälische, Donnerstag 22. Dezember 2011


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