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Veranstaltung des Linken Forums Paderborn

Karl Marx und Friedrich Engels:
Das Kommunistische Manifest
 


Lesung mit dem bekannten Schauspieler:

Rolf Becker

Dienstag, 08. Dezember 2009
um 20:00 Uhr

Kulturwerkstatt, Cafeteria
Bahnhofstr. 64 in Paderborn

 

Rolf Becker:

Schauspieler, 1935 in Leipzig geboren und in Schleswig-Holstein aufgewachsen, studierte nach seinem Abitur Schauspiel an der Otto-Falkenberg-Schule in München. Seit 1971 ist er künstlerisch in Hamburg zu Hause, wo er bis heute auf der Bühne steht. Seit den sechziger Jahren ist der Mann mit den markanten Gesichtszügen einem breiten Fernsehpublikum bekannt.


Zum Thema:

"Es wird sich zeigen, dass die Welt längst den Traum von einer Sache besitzt, von der sie nur das Bewusstsein besitzen muss, um sie wirklich zu besitzen. Es wird sich zeigen, dass es sich nicht um einen großen Gedankenstrich zwischen Vergangenheit und Zukunft handelt, sondern um die Vollziehung der Gedanken der Vergangenheit. Es wird sich endlich zeigen, dass die Menschheit keine neue Arbeit beginnt, sondern mit Bewusstsein ihre alte Arbeit zustande bringt." (Karl Marx an Arnold Ruge, 1843)

"In der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen bestimmte, notwendige, von ihrem Willen unabhängige Verhältnisse ein, Produktionsverhältnisse, die einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer materiellen Produktivkräfte entsprechen. Die Gesamtheit dieser Produktionsverhältnisse bildet die ökonomi-sche Struktur der Gesellschaft, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und politischer Überbau erhebt, und welcher bestimmte gesellschaftliche Bewusstseinsformen entsprechen." (aus: Karl Marx, Zur Kritik der politischen Ökonomie, 1859)


Presseecho:

vom 09.12.2009:


Solidarität oder "gemeinsamer Untergang"?

Rolf Becker rezitierte beim Linken Forum das "Kommunistische Manifest"

"Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus" - wer kennt den berühmten Eingangssatz aus dem später so genannten "Kommunistischen Manifest" nicht, aufgeschrieben von Karl Marx und Friedrich Engels im Revolutionsjahr 1848? Dass der Text "als eine knappe Beschreibung des Kapitalismus" (so der Historiker Eric Hobsbawm) bis heute kaum etwas von seiner Aktualität eingebüßt hat: Zu diesem erstaunlichen Befund gelangen Freunde und Gegner. Der bekannte Schauspieler Rolf Becker, schon zum dritten Mal zu Gast beim Paderborner Linken Forum, wirkte in seiner Manifest-Rezitation durch Gestik, Mimik und Intonation als Verstärker und Verständlichmacher der in Teilen recht theoretischen Inhalte.

Doch Becker beschränkte sich nicht auf den wirkungsvollen Vortrag, sondern stellte kommentierend aktuelle Bezüge her. Beispiel globale Wirtschaftskrise. Im Manifest kann man nachlesen: "Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte jagt die Bourgeoisie über die ganze Erdkugel. […] In den Handelskrisen wird ein großer Teil nicht nur der erzeugten Produkte, sondern der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. Wodurch überwindet die Bourgeoisie die Krisen? Dadurch, daß sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert." Becker: Die derzeitige globale Krise hielten manche Berufsoptimisten aus Wirtschaft und Politik schon für überwunden - "ein fataler Irrtum mit verheerenden Folgen".

Marx und Engels äußerten zur Zeit der Niederschrift des Manifestes noch die Hoffnung auf eine baldige "unvermeidliche" Umwälzung der Lebens- und Besitzverhältnisse durch die unterdrückte große Bevölkerungsmehrheit. Bei genauerem Lesen, und darauf verwies Becker, stelle sich jedoch heraus, dass die Autoren den "gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen" durchaus schon als mögliche alternative Entwicklung ins Auge fassten. In den Worten Rosa Luxemburgs: Uns bleibe die Wahl zwischen "Sozialismus und Barbarei". Zu hoffen sei, dass es zu letzterer nicht (erneut) komme - so Becker.

Dazu sei Solidarität anstelle "eiskalter" "egoistischer Berechnung" nötig. - Verhalten, ohne falsches Pathos, aber Mut machend bringt Becker den Satz aus dem Manifest: Ziel sei eine Gesellschaft, "worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist." Ein lang anhaltender Applaus durch die zahlreichen Besucher beim Linken Forum belohnte den Vortrag Beckers. Und Becker applaudierte zurück.

 

 
 
 
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