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Veranstaltung
des Linken Forums
Paderborn:
Dienstag, 17. März 2009
| Krise
der Automobilindustrie - Krise des Automobils? |
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Diskussion
mit
Rainer Einenkel, Betriebsratsvorsitzender Opel
Bochum

Dienstag, 17. März 2009
20:00 Uhr

Kulturwerkstatt, Cafeteria
Bahnhofstr. 64 in Paderborn

Moderation: Timo Gerland,
IG Metall Gewerkschaftssekretär |
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Zum
Thema:
Absatzrückgänge, Produktionsstopps, Kurzarbeit:
Die Automobilbranche muss Experten zufolge um bis zu 100.000
Jobs bangen. Wenn die Branche verschnupft ist, bekommt der
Rest schnell Fieber. Als Schlüsselindustrie ist die Automobilwirtschaft
in Deutschland von zentraler Bedeutung. Mit den Firmen Hella
und Benteler sind auch in Paderborn bedeutende Zulieferer
betroffen.
Ist die Krise der Automobilindustrie hausgemacht? Liegt es
an der gnadenlosen Überproduktion und einer falschen
Modellpolitik? Oder zeichnet sich das Ende einer industriellen
Entwicklung ab, weil die individuelle Mobilität durch
das Auto an Grenzen stößt? Heißt es also
Umdenken und was sind die Alternativen?
Darüber diskutieren wir aus gewerkschaftlicher und Arbeitnehmersicht
mit Rainer Einenkel, Betriebsrats-vorsitzender bei Opel Bochum.

 
Presseecho:
LiFo vom 19.03.2009:
Opel-Pleite hätte auch
Folgen für Paderborn
Einenkel
beim Linken Forum zur Krise in der Automobilbranche
(lifo)
Überproduktion, fehlende Finanzmittel, Pleite des Mutterkonzerns
General Motors: Die Existenz des deutschen Automobilherstellers
Opel steht auf der Kippe. Doch ein Aus des Traditionsherstellers
mit seinen Standorten in Bochum, Rüsselsheim, Kaiserslautern
und Eisenach würde nicht nur die insgesamt 25.000 Beschäftigten
treffen, mindestens 100.000 Arbeitsplätze in der Zuliefererindustrie
gerieten ebenso in Gefahr, auch solche in Paderborn. Über
die aktuelle Situation bei Opel berichtete Rainer Einenkel,
Betriebsratsvorsitzender des Opelwerks in Bochum, beim Linken
Forum Paderborn.
Die Misere
bei Opel - wie in Teilen der gesamten Branche - sei insbesondere
die Folge der Überproduktion an Automobilen bei gleichzeitigem
Schrumpfen der Nachfrage. "Verschärfend kommt jetzt
die Wirtschaftskrise hinzu", so Einenkel. Für die
zurückgehende Kaufkraft machte Einenkel eine falsche
Gesellschaftspolitik verantwortlich, die den volkswirtschaftlichen
Reichtum einseitig zugunsten der Vermögenden umverteilt
habe. Mit fatalen Folgen auch für das Bochumer Opelwerk:
"Seit vielen Jahren kämpfen wir um das Fortbestehen
des Standortes", wo allein 6000 der 25.000 in Deutschland
Beschäftigten tätig seien. Eine Loslösung von
General Motors sei alternativlos, "auch wenn das ein
komplizierter, kostspieliger und langwieriger Prozess ist".
Im Falle eines Misslingens würde das Opelwerk in den
"Abwärtsstrudel des mausetoten Mutterkonzerns"
mit hinein gezogen.
Mit spürbaren Folgen auch für den Paderborner Raum.
Immerhin sei jeder sechste Arbeitsplatz hierzulande direkt
oder mittelbar von der Automobilbranche abhängig. "Der
Autolampenhersteller Hella etwa erhält mehr als 30 Prozent
seiner Aufträge von Opel", wusste Einenkel zu berichten.
Im Verlauf der Diskussion wurde die Solidarität mit den
um ihre Arbeitsplätze kämpfenden "Opelanern"
unterstrichen, aber auch darauf hingewiesen, dass nicht ein
Standort gegen andere ausgespielt werden dürfe. "Was
wir brauchen ist eine beschäftigungspolitische Initiative
mit Blick über den Tellerrand des eigenen Betriebs und
der eigenen Region", forderten mehrere Diskussionsteilnehmer.

 
Neue Westfälische vom 19.03.2009:
Auch Paderborn blickt gebannt
nach Bochum
Wie sich Opel-Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel eine
mögliche Rettung des Konzerns vorstellt
VON
ANDREAS GÖTTE
Paderborn.
Unter der Krise des Automobilherstellers Opel leiden auch
die über 200 Zulieferer. Rund 100.000 Arbeitsplätze
stehen auf dem Spiel. Auch bei den beiden Paderborner Unternehmen
Benteler und Hella schaut man gebannt auf das Schicksal der
Opelaner. Im Raum Paderborn sind Zwischen 8.500 und 9.000
Menschen im Metallbereich beschäftigt.
Einen
Einblick in aktuelle Überlegungen gab am Dienstagabend
der Betriebsratsvorsitzende des Opel-Werkes Bochum, Rainer
Einenkel, bei einer Diskussion des Linken Forums Paderborn
in der Kulturwerkstatt. Trotz des spannneden Themas verliefen
sich nur rund 30 Zuhörer am 80. Jahrestag des Übergangs
von Opel an General Motors (GM) in der Cafeteria.
Einenkel
gab ein paar Einblicke in sein Seelenleben. Er stehe zur Zeit
permanent unter Druck und habe schwierige Verhandlungen zu
führen. So werde beispielsweise über die Schließung
des Bochumer Werkes nachgedacht, um die Produktion nach Rüsselsheim
zu verlagern, damit dort der Standort gestärkt werde.
Der 54-Jährige, der seit 1972 bei Opel seine Brötchen
verdient, sieht nur in der Loslösung von Opel Europa
vom Mutterkonzern GM eine Überlebenschance. Wir
sind an der kurzen Leine von GM und werden deshalb bald genauso
mausetot sein, machte Einenkel deutlich.
Allerdings
werde der Ablöseprozess nicht einfach. Auch die Belegschaft
werde Abspriche machen müssen. Einenkel sprach von rund
sieben Milliarden Euro, die in den kommenden zwei Jahren benötigt
würden.
Damit
das Ganze funktioniere, müssten die Gelder etwa durch
Verbände und Gewerkschaften kontrolliert werden, sagte
der gebürtige Sachse. Es dürfe kein einziger Cent
aus Deutschland abfließen, um die Opel-Standorte und
auch die Zulieferer absichern zu können. GM dürfe
allenfalls eine Minderheitsbeteiligung zugestanden werden.
Zudem forderte Einenkel die Übertragung der US-Patentrechte
an Opel. Die Bundesregierung muss jetzt ihre Hausaufgaben
machen und den Rettungsplan für alle Werke prüfen.
Die aktuelle Krise sei eine Krise des Systems, die nur an
der Automobilindustrie deutlich werde, so der Betriebsrats-Chef.
Opel träfe es besonders hart, weil im Gegensatz zu anderen
Autoherstellern eigene Hausbanken und Finanzmittel fehlten.
Einenkel
räumte jedoch Überkapazitäten bei Opel ein. Von
den europaweit 1,6 Millionen produzierten Autos würden
nur 1,1 Millionen verkauft. Entsprechend sollten in Europa bereits
drei Werke komplett geschlossen werden. Der Paderborner IG-Metall-Gewerkschaftssekretär
Timo Gerland freute sich über die Neuregelungen bei der
Kurzarbeit. Sonst würden mehr Menschen auf der Straße
stehen. Die Gewerkschaften werden wieder gehört.
Vielleicht können wir deshalb sogar gestärkt aus der
Krise hervorgehen, so sein Fazit.
©
2009 Neue Westfälische, 19.03.2009 |
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Krise
der Auto-
mobilindustrie - Krise des Automobils? |
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Diskussion
mit
Rainer Einenkel, Betriebsrats-
vorsitzender Opel Bochum
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