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Veranstaltung
des Linken Forums
Paderborn,
| Der
Mensch dem Menschen ein Wolf? |
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Vortrag
und Diskussion mit:
Christoph Jünke, Bochum
Dienstag, 11. März 2008
20:00 Uhr
Bildmitte: Prof. Dr. Frank Benseler, rechts: Dr. Christoph
Jünke |
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Einladung (PDF)
Zum Thema:
Privatisierung öffentlicher Güter,
Deregulierung von Arbeitsmärkten, Steuervergünstigungen
für die Konzerne, Umverteilung von unten nach oben - das
ist die gesellschaftliche Praxis des "Neoliberalismus".
Dahinter steckt ein Menschenbild: Die Gesellschaft als Ansammlung
von Warenbesitzern, wo jeder sich selbst der Nächste ist.
Gegen diese "Alltagsreligion" stellt Christoph
Jünke das von Karl Marx inspirierte Menschenbild des
Sozialphilosophen Leo Kofler, als einen Ansatz für eine
zeitgenössische kritische Gesellschaftstheorie und die
praktische Auseinandersetzung mit einem entfesselten Kapitalismus.

 
Christoph
Jünke:
Christoph Jünke (Bochum), Dr. phil., Historiker und politischer
Publizist; neueste Buchveröffentlichung über Leo Kofler:
"Der lange Schatten des Stalinismus. Sozialismus und Demokratie
gestern und heute". Leo Kofler (1907 - 1995) ist im Zusammenhang
mit der "1968"er Bewegung auch in Paderborn aufgetreten
- im legendären Galerie-Club.

 
Presseecho:
vom 13.03.2008:
Auf der Suche nach dem Humanen
Leo
Kofler als Thema beim Linken Forum
(lifo)
"Was Christus und Marx am auffälligsten verbindet,
das ist ihr unbedingter Humanismus". Der das schrieb, Leo
Kofler (1907-1995), wusste wovon er sprach. Denn zeitlebens
stand für den deutsch-österreichischen Sozialphilosophen
und Gesellschaftstheoretiker jüdischer Abstammung das Auffinden
des Humanen und Solidarischen, gegen das Trennende in feindseliger
Konkurrenz, gegen Repression und Vereinzelung des Menschen,
im Zentrum seines Denkens. Unter dem Titel "Der Mensch
dem Menschen ein Wolf?" referierte der Historiker und Kofler-Herausgeber
Christoph Jünke beim Linken Forum Paderborn insbesondere
zu Leo Koflers Lehre vom Menschen. Frank Benseler, emeritierter
Soziologieprofessor an der Paderborner Universität, steuerte
als Koreferent Anschauliches zum Leben Koflers bei.
"Ich-AG":
das sei die zum Sinnbild geronnene Bezeichnung für die
totale Vereinzelung und Vermarktung des Menschen. Gegen dieses
Menschenbild habe Kofler, so Christoph Jünke, konsequent
angeschrieben in der unermüdlichen Suche nach einem - von
Karl Marx inspirierten - humanistischen Maßstab, getragen
von den Ideen der Freiheit, Gleichheit und Solidarität.
In einer Welt, die durch das "Wölfische", die
feindselige Konkurrenzbeziehung "aller gegen alle"
geprägt sei, habe Kofler einen grundlegenden Gegenentwurf
umrissen, eine "kopernikanische Wendung zum Menschen".
Kofler, so betonte Jünke, sei jedoch Marxist genug gewesen,
um nicht nach einem abstrakten, überhistorischen "Wesen"
des Menschen zu suchen, sondern er habe die Chance zu einer
Verwirklichung des Menschen in der ganzen Breite seiner schöpferischen,
geistig-kulturellen Möglichkeiten stets im geschichtlich-gesellschaftlichen
Raum gesehen. Das Ziel der "Befreiung des ganzen Menschen"
(Marx), um das es Kofler gegangen sei, habe im heutigen entfesselten
Kapitalismus eine gesteigerte Aktualität.
Frank
Benseler, der mit Leo Kofler gut bekannt war und einige von
dessen frühen Schriften verlegt hat, wusste Anekdotisches
zu ergänzen. Die originellen und geistig anregenden Texte
Koflers hätten ihn, Benseler, schnell dazu veranlasst,
sich an die mühevolle Editionsarbeit an den nahezu unlesbaren
Manuskripten heranzumachen. Benselers Ehefrau habe die häufige
Abwesenheit ihres Mannes bald mit dem Satz kommentiert: "Er
hat die Nacht wieder durchgekoflert." - Aus vielen Diskussionsbeiträgen
an diesem Abend beim Linken Forum ging hervor: Die Mühe
des Rückblicks in "Klassiker" hat sich gelohnt.
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Der
Mensch dem Menschen ein Wolf?
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Abb.:
Leo Kofler

Vortrag und Diskussion mit:
Christoph Jünke, Bochum

Dienstag,
11. März 2008
20:00 Uhr |
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