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und Diskussion: Donnerstag, 08. Februar 2007

Was ist neu an der "Neuen Linkspartei"?
Vortrag
und Diskussion mit:
Katja Kipping, MdB Dresden
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...

um
20.00 Uhr Kulturwerkstatt, Cafeteria, Bahnhofstr. 64 in Paderborn
Moderation:
Reinhard Borgmeier, Linkes Forum

 zum
Thema: Die Linke scheint weltweit wieder im Kommen. Nach beachtlichen
Wahlerfolgen in Mittel- und Südamerika konnte auch die Sozialistische Partei
in den Niederlanden mit über 17 % ihr Wahlergebnis verdreifachen. Seit 2005
ist die LINKE mit 8,7 % der Wählerstimmen im Deutschen Bundestag vertreten.
Gibt es so etwas wie eine Renaissance der Linken?
Im Juni werden die WASG
und die Linkspartei.PDS aller Voraussicht nach auf parallelen Parteitagen den
Zusammenschluss beschließen. Welche programmatischen Vorschläge für
die Veränderung des Kräfteverhältnisses in der Bundesrepublik werden
von ihr ausgehen? Welche Anforderungen werden an eine moderne Linkspartei formuliert?
Und wie muss sie sich organisatorisch und personell aufstellen, wenn sie längerfristig
erfolgreich wirken will? Darüber diskutieren wir mit dem Mitglied des Bundtages
und stellvertretenden Parteivorsitzenden Katja Kipping.

 Presseecho:
vom 09.02.2007:
"Nicht
in die Konformismus-Falle tappen"
Katja
Kipping beim Linken Forum über politische Zielsetzungen der Linkspartei
(lifo)
"Seit dem neuen Erstarken der Linken in der Bundesrepublik gibt es eine wachsende
Sensibilität für soziale Fragen." Davon ist Katja Kipping, Sozialpolitikerin
und stellvertretende Bundesvorsitzende der Linkspartei.PDS überzeugt. Beim
Linken Forum Paderborn referierte die Dresdenerin zum Thema "Was ist neu
an der Neuen Linkspartei?"
Bei
dem zu verzeichnenden Stimmungswandel in der Bevölkerung würden vermehrt
Forderungen nach gerechten Lebens- und Arbeitsbedingungen laut, abzulesen etwa
auch an dem zunehmend politisch ausgerichteten Auftreten der Gewerkschaften. Zugleich
wachse der Widerstand gegen die neoliberale Politik der etablierten Parteien,
die immer mehr repressive Formen annehme, so Kipping.
Bei
der Entwicklung politischer Alternativen stelle sich für die Neue Linke die
Frage nach "Reform oder Transformation". Da der "Reformismus",
etwa als "keynesianisches Reparaturunternehmen", keine wirklich verändernde
und langfristige Perspektive böte, ist für Kipping eine "demokratisch-sozialistische
Transformation" der Gesellschaft erklärtes politisches Fernziel. "Dafür
lohnt es sich zu kämpfen" betonte Kipping und fügte ein Zitat des
Philosophen und Soziologen Wolfgang Fritz Haug an: "Wenn man sich nur mit
Nahzielen beschäftigt, tappt man in die Falle des Konformismus."
Worauf
zielt eine solche Transformation ab? Als zentrale politische Projekte nannte Kipping
die "Ausweitung von Wirtschaftsdemokratie", die die Partizipationsmöglichkeiten
der abhängig Beschäftigten gegen autokratische Führungsstrukturen
stärke, ein "bedingungsloses Grundeinkommen", das Armutsfestigkeit
und ein "Leben in Würde" garantiere und eine "sozialistische
Bildungsreform" mit dem Ziel der Förderung aller Kinder unabhängig
von sozialer Herkunft. In solchen Konzepten, die über tagespolitische Konflikte
hinausreichen, sieht Kipping eine Aufgabe der neuen Partei, die sich in den nächsten
Monaten aus PDS und WASG bilden soll.
In
vielen Diskussionsbeiträgen im Anschluss an Kippings Ausführungen ging
es um die Frage möglicher künftiger Regierungsbeteiligungen der Linkspartei.
Zumindest auf Bundesebene schloss Kipping solche Bestrebungen klar aus. Kipping:
"Mit wem sollten wir da koalieren? Mit tatkräftiger Unterstützung
der SPD sind doch die Hartz-Gesetze immer weiter verschärft worden und die
Rente mit 67 geht auf die Initiative von Arbeitsminister Müntefering zurück."
Deutliche Kritik übten einige Diskussionsteilnehmer an der Berliner Senatspolitik
unter Beteiligung der Linkspartei. Dem konnte Katja Kipping sich weitgehend anschließen. | |