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 8. Wochenendseminar vom Samstag/Sonntag, 25., 26. November 2006:

Solidarische Selbsthilfe

Seminarveranstaltung des Linken Forums Paderborn



Wann?
Samstag, 25. Nov. um 15:00 Uhr bis Sonntag, 26.. Nov. 13:00

Wo?

In der ver.di Bildungsstätte "Das Bunte Haus", Senner Hellweg 461 in
33689 Bielefeld-Sennestadt, Tel. 05205 - 9100-19

Anfahrtsplan hier...

Kosten ...
Unterkunft, Vollpension und Seminarkosten 50,- €, ermäßigt 30,-
Für GEW-Mitglieder kostenfrei.

Anmeldung bei ...
Gertrud Koch, Jahnplatz 4, 33102 Paderborn
0 52 51 / 33 90 0
G.Koch@pcnotdienst.com



Zur Veranstaltung:

Als die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung sich historisch entwickelte, organisierte sie sich auch genossenschaftlich, in solidarischen Formen der Selbsthilfe, bei der Versorgung mit Konsumgütern, im Wohnungswesen, bei der Qualifizierung und Weiterbildung. In der Alternativbewegung der 1970er Jahre/1980er Jahre wurde dieser Grundgedanke wieder aufgegriffen. Inzwischen ist durch die wirtschaftlich-sozialen Bedrängnisse der Gegenwart die Frage nach den Möglichkeiten solidarischer Selbstorganisation neu auf die Tagesordnung gesetzt - welche Ansätze, welche Chancen gibt es, in prekären Existenzverhältnissen "Non-Profit-Lösungen" zu finden? Das Thema stellt sich auch im Bildungsbereich, je mehr dort das Angebot Warencharakter erhält. Interessante Versuche genossenschaftlicher Organisation bilden sich derzeit auch bei der kommunalen Energieversorgung heraus. An vielen Stellen ruft der Turbokapitalismus lebenspraktischen Widerspruch hervor.

Welche Möglichkeiten gibt es heute? Kann man mit genossenschaftlichen Ideen wirkungsvoll Alternativen zum neoliberalen Gesellschaftsmodell entwickeln? Ist es möglich, damit die "Modernisierungsverlierer" wieder zu erreichen oder sogar zu organisieren? Darüber arbeiten und diskutieren wir mit

Jürgen Klute, Ev. Sozialpfarrer aus Herne
und anderen PraktikerInnen aus genossenschaftlich geführten Betrieben

Jürgen Klute, Leiter des Sozialpfarramtes des Kirchenkreises Herne; zahlreiche Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen. Zuletzt: Gute Arbeit verlangt ihren gerechten Lohn". Tarifverträge für die Kirchen. VSA-Verlag Hamburg, 2006.


Dokument:

Abgeschrieben
(
junge Welt, 27.11.2006)

Das globalisierungskritische Netzwerk ATTAC und der Kongreßträgerkreis »Solidarische Ökonomie« werten die Tagung »Wie wollen wir wirtschaften? Solidarische Ökonomie im globalisierten Kapitalismus« an diesem Wochenende in Berlin als »riesigen Erfolg«:

Mit 1400 registrierten TeilnehmerInnen sind mehr als doppelt so viele Menschen zum Kongreß »Wie wollen wir wirtschaften? Solidarische Ökonomie im globalisierten Kapitalismus« gekommen als erwartet. »Der Kongreß war ein riesiger Erfolg«, sagte Dagmar Embshoff von der Bewegungsakademie, einem der Träger des Kongresses. »Eine neue Generation von jungen Menschen hat die Projekte und Ansätze Solidarischer Ökonomie für sich entdeckt.« Damit entstand eine Brücke zu schon lange bestehende Projekten der älteren Generation. Neben verschiedenen Sektoren der Solidarischen Ökonomie waren viele Aktive aus sozialen Bewegungen vertreten, darunter viele internationale Gäste.

Solidarische Ökonomie ist mehr als ein Kind der Not – das wurde beim Kongreß in über 100 Veranstaltungen deutlich. Es gehe nicht einfach darum, die neue Ungleichheit und Unsicherheit im Zuge der neoliberalen Globalisierung erträglicher zu machen, so die Überzeugung der VeranstalterInnen. Vielmehr eröffnen Projekte Solidarischer Ökonomie den beteiligten Menschen neue Handlungsspielräume, erfinden eine neue Form der Wirtschaft und fordern ihre sozialen Rechte ein.

Die politischen Rahmenbedingungen für diesen Wirtschaftssektor sind in Deutschland im internationalen Vergleich denkbar schlecht. Anders als in europäischen und lateinamerikanischen Ländern wie Frankreich, Italien, Brasilien und Venezuela fehle eine aktive politische Unterstützung, kritisierten die ReferentInnen bei verschiedenen Veranstaltungen. Genossenschaften werden im Vergleich zu anderen Rechtsformen sogar benachteiligt. Unterstützung für Betriebsübernahmen durch die Belegschaft gibt es weder von der Politik noch von den Gewerkschaften.

Initiiert durch diesen Kongreß wird es ein erweitertes Bildungsangebot für Solidarische Ökonomie geben, hoffen die VeranstalterInnen. Auf dem Kongreß haben sich Lehrende mehrerer Universitäten zusammengeschlossen, um entsprechende Angebote auf den Weg zu bringen. Der Trägerkreis des Kongresses will seine Arbeit fortsetzen, die Diskussion zu Solidarischer Ökonomie verstetigen und in etwa zwei Jahren erneut eine Großveranstaltung organisieren. Der Kongreß soll angesichts des großen Interesses zu einer Institution werden. In den nächsten Monaten wird eine Kongreßdokumentation als Buch erscheinen. In der Folge soll eine Vortragstournee stattfinden und die Botschaft des Kongresses in die Regionen tragen. Die Internetseite www.solidarische-oekonomie.de wird zu einer Kommunikationsplattform ausgebaut und die dazugehörige E-Mailingliste weiterlaufen.

Der Kongreß wurde getragen von: Bewegungsakademie, ATTAC Deutschland, Bundeskongreß Internationalismus (BUKO), Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Contraste, DGB Berlin-Brandenburg, Europäisches Netzwerk für ökonomische Selbsthilfe und lokale Entwicklung, Netz für Selbstverwaltung und Selbstorganisation, Netzwerk Grundeinkommen, Netzwerk Selbsthilfe, Weltladendachverband, u.v.a.

© junge Welt, 27.11.2006

 

 
Solidarische Selbsthilfe
Samstag/Sonntag,
25., 26. November 2006
 
  
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