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Argumente
- vom 22.10.2008:
Hengsbach: Brandstifter am Steuer des Löschzugs
Friedhelm
Hengsbach, Sozialethiker und Jesuit, in Paderborn referierte
er auf Einladung des "Sozialen Bündnisses"
(aus Linkem Forum, DIP, DGB und Arbeitslosenzentrum), hat
in der Frankfurter Rundschau die Rettungsmaßnahmen
für die Finanzwelt folgendermaßen kommentiert:
"Die
deutsche Regierung hat sich von den deutschen Finanzeliten
erpressen, über den Tisch ziehen lassen. Das 500-Milliarden-Euro-Rettungspaket
ist zusammen mit den Vorständen der privaten Mega-Banken,
wohl ohne Beteiligung der Sparkassen und Genossenschaftsbanken,
geschnürt worden. Die Brandstifter sitzen am Steuer des
Löschzugs.
Außerdem
ist das Rettungspaket extrem deutungsoffen formuliert, die
differenzierten Krisenherde - Wertpapiermärkte, Geldverkehr
der Privatbanken, Investmentgeschäft und Position der
Girozentralen - bleiben unter den gigantischen Geldsummen
versteckt. Unter dem Vorwand, dass jetzt die Stunde der Pragmatik
schlage und nicht der Ordnungsentwürfe, werden Aufputschmittel
zubereitet, die den Finanzeliten Mut machen, ihre Geschäftspraxis
der Verteilung privater Gewinne und öffentlicher Verluste
fortzusetzen, während das Parlament in die Zuschauerrolle
abgedrängt ist.
Ich
würde mir ein anders Krisenmanagement wünschen.
Denn bevor die Kanzlerin dazu kommt, den Ordnungsrahmen zu
zimmern, jubelt die Börse längst: Der Finanzkapitalismus
ist tot. Es lebe der Finanzkapitalismus!" (Frankfurter
Rundschau vom 22.10.2008)

 
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