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Argumente
- vom 19.10.2008:
"Rettung" - für wen?
Zwei Meldungen:
Stiglitz: Merkel sollte sich beeilen!
Mit
Blick auf Deutschland regte der Nobelpreisträger Joseph
Stiglitz den Start eines Konjunkturprogramms an. "Kanzlerin
Merkel sollte so schnell als möglich ein Konjunkturprogramm
starten. Denn es dauert 6 bis 18 Monate, bis die Maßnahmen
erste Resultate zeigen." Deutschland könne sich
schließlich nicht von der internationalen Entwicklung
abkoppeln. "Durch die Finanzkrise ist der Dollarkurs
deutlich gefallen und der starke Euro ist gerade für
eine Exportnation wie Deutschland eine schwere Belastung.
Europa droht in eine Rezession abzurutschen." - Stiglitz
warnte, schlichte Steuererleichterungen seien keine Lösung.
"Ein Konjunkturprogramm muss das Geld dorthin schleusen,
wo es besonders dringend benötigt wird - und auch garantiert
sofort ausgegeben wird. Man muss also die Armen unterstützen
und Infrastrukturprojekte finanzieren." Von generellen
Steuersenkungen profitieren hingegen vor allem die Wohlhabenden,
die obendrein dazu neigten, dieses Zusatzeinkommen zu sparen.
(Quelle: dpa)
Unter dem Titel: "Jetzt muss der Staat Schulden
machen" hat ein weiterer Wirtschaftsnobelpreisträger,
nämlich Robert Solow, Stieglitz' Forderung unterstützt:
"Der Staat muss helfen und Geld ausgeben. Das
sehen in Deutschland viele Ökonomen nicht so. (...) Ich
habe aber trotzdem das Gefühl, der Aufschwung der deutschen
Wirtschaft in den vergangenen Jahren stammte zu sehr aus Exporten.
(...) Die deutsche Wirtschaft sollte lernen, mehr über
die Inlandsnachfrage zu wachsen und weniger über Exporte."
(Quelle: FAZ, 25.08.2008)
Die
Bundesregierung und die Parteien, die ihrer "Notstandspolitik"
Zustimmung gegeben haben, präsentieren sich als "Retter
der Nation". Angela Merkel sagt, "den Menschen"
diene das riesige Rettungspaket, mit dem den Banken aus der
Patsche geholfen werden soll. Aber welchen Menschen? Den Vielen?
Oder wenigen? Banken, so könnte der naive Staatsbürger
meinen, sammeln Geld ein, einerseits, und geben es andererseits
leihweise an Unternehmen oder Individuen, damit auf Kredit
produziert, entwickelt, gebaut und ähnliches mehr betrieben
werden kann, und aus diesem Gewerbefleiß entsteht Gewinn,
so daß Kredite zurückgezahlt und den Sparern Zinsen
zurückgezahlt werden können. Alles schön realwirtschaftlich.
Die Realität im Finanzmarkt heute sieht völlig anders
aus. In astronomischer Höhe wird mit Wertpapieren oder
Papierwerten jongliert und spekuliert, jenseits von Arbeit,
Konsum und Daseinsvorsorge der großen Mehrheit der Bevölkerung,
aber im Schadensfall diese in Haftung nehmend. Was soll nun
durch die "rettende Politik" saniert werden? Die
spekulative Finanzwelt - oder die Welt der Bedürfnisse
des Normalbürgers? An dieser Frage scheiden sich die
Geister. Soll die Realwirtschaft gestützt werden, so
wäre ein Konjunkturprogramm fällig, das Massenkaufkraft
stärkt, in öffentliche Güter investiert, Armut
mindert und den gewerblichen Mittelstand fördert.

 
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