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Argumente:
Die Linkspartei: Erfüllungsgehilfin
neoliberaler Politik?
von
SPE
Die Arbeitsgemeinschaft
Schuldnerberatung schätzt, dass in der Bundesrepublik derzeit eine Halbe
Million Menschen kein eigenes Konto besitzen. Damit verschlechtern sich die Aussichten,
eine neue Arbeit oder auch nur einen Ausbildungsplatz zu finden, dramatisch. Privatvermieter
bestehen in der Regel auf der Selbstauskunft von Wohnungssuchenden - ohne Kontonummer
hat man da schlechte Karten. Überweisungen können nicht getätigt
werden, angebotene Barzahlungen werden zumeist nicht akzeptiert.
In
Großbritannien, wo es keine öffentlichen Banken mehr gibt, besitzen
3,5 Millionen Menschen kein Girokonto. Solche Zustände könnten auch
hierzulande bald Realität werden. Und ausgerechnet der rot-rote Berliner
Senat spielt eine Vorreiterrolle bei der Banken-Privatisierung: Mit dem Vorhaben,
den bundesweit ersten Verkauf der Berliner Sparkasse durchzusetzen, könnte
eine ganze Privatisierungswelle in Gang gesetzt werden. Denn auch in Hessen und
Nordrhein-Westfalen werden Sparkassen-Veräußerungen bereits ins Visier
genommen.
Mit
dem Ende des öffentlichen Bankensektors verschwinden am Gemeinwohl orientierte
Leistungen. Linke Kritiker der Linkspartei in Berlin listen auf: "Mit der
Privatisierung drohen schlechtere Bedingungen für Girokonten für alle,
schlechtere Kreditbedingungen für arme Schlucker, eine Ausdünnung der
Filialdichte und Arbeitsplatzvernichtung für die Beschäftigten."
Sarah Wagenknecht,
für die Linkspartei im Europaparlament, hat bei der Berliner "Marxismus-Konferenz"
jüngst von einem weit fortgeschrittenen Vertrauensverlust in die Linkspartei
gesprochen. Dieser liege darin begründet, dass in vielen Politikfeldern die
neoliberale Privatisierungspolitik der etablierten Parteien mitgetragen würde,
obwohl auf programmatischer Ebene stets Gegenteiliges bekundet wird. Die Sparkassen-Privatisierung
unter tätiger Mithilfe der Berliner Linkspartei.PDS dürfte diesem Vertrauensschwund
weiter Vorschub leisten. |