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Die Eva-Ideologie

von SPE

Nomen est Omen? Die bekannte Nachrichtensprecherin und Karrierefrau Eva Herman hat ein Bestseller-Buch geschrieben, "Das Eva-Prinzip". Der Name der biblischen Urmutter steht für ein angeblich ererbtes Verhaltensmuster, das die Frau auf fürsorgliche, "emotionale" Funktionen festlegt. Entsprechend soll, sind erst einmal Kinder da, das familiäre Kümmern einer begonnenen Berufskarriere eindeutig übergeordnet werden, da nur Frauen, so Hermans Sichtweise, über die nötigen sozialen Intuitionen verfügen.

Das Deutungsmuster ist alles andere als neu. Überraschend ist vielleicht, es von einer Frau, zumal von einer beruflich erfolgreichen, zu hören. War die Festlegung auf eindeutige Rollenzuweisungen historisch doch eher eine männliche Domäne. Mit klaren Dominanzinteressen.

Vermutlich ohne es wissen bedient Frau Herman eine Ideologie, die immer dann die "Natur" bemüht, wenn es gilt, die ökonomische Vormachtstellung der Männer zu zementieren. Wo die Arbeitswelt den Frauen nicht selten "niedrige", prekäre Tätigkeiten zuweist oder sie - in der Krise der Arbeitsgesellschaft - als erste aus dem Berufsleben wegdrängt, kommt eine "Argumentation", die eine ewige Geschlechter(unter-)ordnung beschwört, wie gerufen.

Frau Herman sollte sich auf ihre eigene Berufsbiografie besinnen. Die wäre wohl, hätte sie das "Eva-Prinzip" befolgt, so nicht verlaufen.

 

 
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