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Die USA und der Irakkrieg: Magere Bilanz? - Von AKL


Irakkrieg:
Riesige Gewinne für die
US-Militärbranche
Glaubt man den Schlagzeilen in den deutschen Medien, dann haben die USA jetzt einen Schlußstrich unter ihren jahrelangen „Kreuzzug“ im Irak gezogen – „USA beenden Kriegseinsatz“ heißt es im „Westfalen-Blatt/Westfälisches Volksblatt“. Präsident Barack Obama möchte diese Deutung auch dem eigenen Volk vermitteln, das mehrheitlich den Krieg beendet wissen will. Mindestens eine Billion Dollar hat er die Steuerzahler in den USA gekostet, etwa 5000 Soldaten unter US-Befehl sind dort „gefallen“. Aber die Schlagzeilen täuschen.
Ungefähr 50.000 US-Soldaten bleiben im Irak, außerdem werden mehr Söldner ins Land geschickt, Bedienstete US-amerikanischer privater „Sicherheitsdienste“. Das mörderische Treiben geht also weiter, auch das zwischen den verschiedenen politisch-religiösen Parteien auf irakischer Seite. „Die Bilanz auf der Haben-Seite ist mager“, schriebt der Kommentator des „Westfalen-Blatts“ zum angeblichen Ende des Krieges der USA – eine merkwürdige Wortwahl angesichts der Hunderttausende von Toten unter der irakischen Zivilbevölkerung, angesichts auch der Verwüstung mit ihren langfristigen Folgen, die dort angerichtet wurde. „Demokratie“, „Freiheit“, „Zivilgesellschaft“? Nichts davon, der „Kreuzzug“ hat keines seiner vorgetäuschten Ziele erreicht. Begonnen wurde er mit einer großangelegten Lüge, der von „Massenvernichtungswaffen“, über die Saddam Hussein verfüge und die er gegen den Westen einzusetzen trachte…

Auf der „Haben-Seite“ ist allerdings zu vermerken: Die US-Militärbranche hat riesige Gewinne gemacht. Groß im Geschäft bleiben auch in Zukunft im Irak die paramilitärischen US-amerikanischen „Dienstleister-“Firmen mit ihrer Masse von Personal. Und es bleiben die US-Militärbasen, ebenso die Außenstellen der US-Botschaft, die festungsartig bestückt werden – mit Diplomatie hat das nichts zu tun. Die Vereinigten Staaten wollen ihre gepanzerte Hand im Machtspiel eines Landes behalten, das durch den Krieg verheert und politisch zerrissen ist. Geopolitische Strategie, ohne Rücksicht auf Verluste.


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"Sommermärchen" bald ausgeträumt? - Von SPE


"Tendenz zu XXL" -
Wer profitiert?
(Foto: dpa)
Ob das dritte Quartal 2010 in der Bundesrepublik die wirtschaftliche Hemdgröße „XXL“ (Rainer Brüderle) annimmt? Die schwächelnde bis einsturzgefährdete US-Binnenkonjunktur und das abgedämpfte Wachstum in China – wichtige Motoren für die deutsche Exportwirtschaft – sprechen nicht eben dafür. Dass Wachstum hierzulande nicht aus der Inlandsnachfrage entstehen kann, dafür sorgt seit geraumer Zeit die herrschende Politik mit Null- oder Minusrunden bei den Löhnen, prekärer Beschäftigung, Hartz-Verelendung...
Die weiter sich ausbreitende Armut, von der mittlerweile jeder siebte Bundesbürger betroffen ist, bei gleichzeitig anwachsendem privaten Reichtum der „Happy Few“ sprechen eine klare Sprache. Mit dem schwarz-gelben „Sparpaket“ werden zusätzlich einkommensarme Bevölkerungsgruppen belastet. Die haben die Zeche für fehl gelaufene Finanzspekulationen von Banken und Vermögenden zu zahlen. Im jetzt veröffentlichten „Sondermemorandum“ der Bremer Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (www.alternative-wirtschaftspolitik.de) werfen die Autoren der Bundesregierung „weiterhin eine Umverteilung von unten nach oben“ vor. „Eine solche Politik ist unsozial und ökonomisch kontraproduktiv“. Und: „Die Finanzmarkkrise sei keineswegs überstanden, sie sei nur mittlerweile zu einer Finanzkrise der öffentlichen Haushalte geworden“, resümiert die Berliner Tageszeitung „junge Welt“.

Wachstum „XXL“? Ja, bei den Vermögen der Reichen und Superreichen.

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Auslandseinsätze der Bundeswehr: Kulturbeflissen - Von M.W.


"Ziele besser erreichen":
Erst reden, dann schießen.


Die Bundeswehr sorgt sich offenbar darum, daß akademischer Nachwuchs einen Arbeitsplatz findet, und so macht sie nun Werbung für einen neuen Beruf, den „Interkulturellen Einsatzberater“. Die berufliche Aufgabe sei, so heißt es da, „kulturell bedingtes Konfliktpotenzial zu reduzieren“, auf „kulturelle Unterschiedlichkeit Rücksicht zu nehmen und diese vorurteilsfrei zu akzeptieren“, „Vertrauen zu schaffen“. Jetzt aktuell in Afghanistan, wo die Bundeswehr „interkulturell agieren“ müsse, um „ihre Ziele gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung besser erreichen zu können“.
Eine menschenfreundliche Tätigkeit also? Im „detaillierten Jobporträt“ finden sich immerhin Andeutungen, was der „interkulturelle Berater“ praktisch zu tun hat: Für „Kommunikation und Interaktion mit der Bevölkerung im Einsatzgebiet“ soll er sorgen, zur „Lagebeurteilung“ beitragen, „Kontakte mit (einheimischen) Multiplikatoren herstellen“, seine Informationen den „Dienstellen zur Verfügung stellen“. Zuständig für diese Jobs ist bei der Bundeswehrzentrale der Stab für „Operative Information“.

Militärgeschichtlich neu ist diese Profession nicht. Auch die Deutsche Wehrmacht wurde, wenn sie in fremde Länder einfiel, interkulturell aktiv (oder „proaktiv“, wie die Bundeswehr sich jetzt ausdrückt) – Kompetenz ethnologischer Art war gefragt, um Nachrichten zu sammeln und auszuwerten, Propaganda zu betreiben, Kollaborateure ausfindig zu machen. Begrifflich freilich ging es damals noch etwas unbeholfen zu.

In der Bundeswehrwerbung für mögliche Berufseinsteiger werden günstige Voraussetzungen genannt, „Erfahrungen in zentralasiatischen Kulturen“, „abgeschlossenes Studium z.B. in Orientalistik oder Slawistik“. Slawistik? Stehen weitere Einsatzgebiete an? 

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Im Sommerloch - Von M.W.

Die Kanzlerin ist in Ferien, der Vizekanzler hat kurz mal eine Kabinettsitzung geleitet, dabei aber nichts weiter angerichtet; weitere Rücktritte prominenter Politiker sind aktuell nicht zu erwarten und der Duisburger Oberbürgermeister will auch nicht sein Amt aufgeben; an Wulff gewöhnt man sich, Gauck ist von der Bühne abgetreten; NRW hat eine neue Regierung, aber Aufregendes ist von dieser nicht zu erwarten -– in den Politikressorts der Medien geht es flau zu, das Spiel mit
Sensationen ist unterbrochen. Fast könnte man meinen, die Bundesrepublik sei von Problemen nicht mehr geplagt. Aber wie das mit Ferien so ist, sind sie zeitlich begrenzt. Danach geht’s zur Sache: Das so genannte Sparpaket wird dann aufgeschnürt. Der Inhalt: Mancherlei Werkzeug, um die Kluft zwischen Arm und Reich zu vertiefen. Damit haben die Politiker demnächst an ihre Arbeit zu gehen, bis hinunter in die Kommunen. Und diejenigen, in deren Interesse dies betrieben wird, werden auf neue Sensationen hoffen, zwecks Ablenkung. Die Umverteilung von unten nach oben funktioniert am besten, wenn sie gar nicht erst zum öffentlichen Thema gemacht wird.

Bang Boom Bang

Im Berliner "Tagesspiegel" (vom 6.8.2010) heißt es zum wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland:

„So vielversprechend die Erfolgsmeldungen klingen, so wahrscheinlich ist, dass der Boom nur von kurzer Dauer sein wird. Denn er baut in erster Linie auf die Nachfrage aus dem Ausland und eben nicht auf steigende Umsätze und Investitionen im Lande selbst. Vor diesem Hintergrund ist es verantwortungslos, wenn Deutschlands Wirtschaftslenker in den Unternehmen und in der Bundesregierung an der extremen Exportabhängigkeit der deutschen Ökonomie festhalten. Sie ist … vor allem eine Folge der Lohndrückerei, die – anders als in den meisten anderen Ländern – den Arbeitnehmern seit mehr als einem Jahrzehnt ihren Anteil am Zuwachs der Produktivität vorenthält.“

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Schwarz-Gelb erhitzt: Bandenbekämpfer - Von P.S.

Die Koalitionäre der schwarz-gelben Bundesregierung geben seit Monaten ein klägliches Bild ab; im wesentlichen sind sie damit beschäftigt, Zoff untereinander zu veranstalten. Das soll nun anders werden, erstmals traten die Generalsekretäre von CDU, CSU und FDP gemeinsam auf, warnend vor einer politischen Katastrophe:
Eine „linke Regierungsbande“ habe in NRW die Macht ergriffen, jetzt drohe der gesamten Republik ein „Linksruck“. Eine Kampagne wurde angekündigt, um das Schlimmste zu verhüten – „So linkt Rot-Grün“ heißt ihr plakatiertes Motto, vereint gegen den Feind sich gebend. An den hochsommerlichen Temperaturen allein kann es nicht liegen – offenbar sind es die weiter sinkenden Umfragewerte, die dem schwarz-gelben Parteimanagement aufs Hirn schlagen. Wer die Regierungsübernahme durch SPD und Grüne in NRW zum Beginn eines gesellschaftspolitischen Umsturzes verfälschen will, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Damit müssen die Generalsekretäre selbst fertig werden, oder ihre Parteien; fatal ist indes der Kollateralschaden: Auf diese Weise wird der notwendige Konflikt in der Demokratie zur peinlichen Lachnummer gemacht.

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Glückliches Deutschland? - Von M.W.
„Fast jeder fünfte Deutsche ist wohlhabend“ – triumphierte DIE WELT aus dem Hause Springer in dieser Woche auf ihrer Titelseite. Und damit alle LeserInnen die Botschaft verstehen, wird im Feuilleton nachgelegt, mit einer weiteren Schlagzeile: „Deutschland, glücklich Aufsteigerland“. Eine Studie habe gezeigt, heißt es dort, „daß bald jeder Deutsche wohlhabend“ sei.
Gemeint ist eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), deren Ergebnisse allerdings keineswegs den Schluss zulassen, daß sich demnächst alle Bürger der Bundesrepublik über üppige Einkommens- und Vermögensverhältnisse freuen können. Tatsächlich nämlich stellt das DIW fest: Die Zahl der wohlhabenden Haushalte ist etwas angewachsen, mehr noch der dort verfügbare Reichtum; angestiegen ist andererseits die Zahl der ärmsten Haushalte und das damit verbundene Armutsrisiko. Der Anteil der Mittelschicht an der Gesamtbevölkerung, sagt das DIW, sinke ab, und damit sei „gesellschaftliche Stabilität“ gefährdet, die Bundesrepublik drifte in sozialer Hinsicht auseinander. Originell ist eine solche Beschreibung nicht; vielfach ist schon belegt, daß die deutsche Gesellschaft sich immer mehr in Reich und Arm spaltet. Aber in den Medien, die sich als „bürgerlich“ verstehen, hat das DIW mit seiner Studie Unruhe erregt, weil dieses Institut außer Verdacht steht, „links“ angesiedelt zu sein. Und so wird nun Beschönigung betrieben; die Aufsteiger (so viele sind es freilich nicht) werden herausgestellt, damit die Absteiger Ruhe geben. Sie sind viele.

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Joschka: Alles wunderbar - Von M.W.
Das Neueste...
(Bildmontage: LiFo)
Die Süddeutsche Zeitung fragte das ehemalige Alphatier der Grünen, was es denn von den derzeitigen Turbulenzen in der deutschen Politik halte, den „Wildsau“-Beschimpfungen etcetera. Verbal sei es früher doch viel heftiger zur Sache gegangen, meint Joschka Fischer. Und im übrigen: „Wir leben in einem wunderbaren Land mit funktionierenden Institutionen und sind hier doch alles andere als arm.“
Der „revolutionäre Kampf“ Joschkas und seiner Mitstreiter hat also sein Ziel erreicht. Und wer RWE, BMW und Siemens berät, muß es ja schließlich wissen: Armut? Da nicht.
 
 

 


   

 
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