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Glosse vom 05. Dezember 2011:

SPD:
Ein Schalentier

Von M.W.

Wieder einmal begleiteten „wirtschaftsnahe“ Zeitungen den Parteitag der SPD mit düsteren Befürchtungen - ein „Linksruck“ könne dort passieren, ein „kalter linker Putsch“. Unter den Augen des Altkanzlers? Das Kanzlerkandidatencasting störend? So etwas läßt eine ordentliche Partei nicht durchgehen. Außerdem ist diese jetzt auch vornehm, die Generalsekretärin hat ihr eine neue Farbe verpaßt, statt Rot das Schalentier-Purpur. Die Farbe hat eine lange Geschichte als Zeichen einer Vorzugsstellung, zuerst der Hopliten, antiker Elitesoldaten. Militärhistorisch wird berichtet, daß deren purpurne Gewänder zwei Funktionen hatten: Den Gegner durch Pracht-Performance zu beeindrucken - und farblich die eignen Wunden verborgen zu halten. Soviel Selbstironie hätte man der SPD gar nicht zugetraut. Wirklich prächtig: Der Auftritt von Helmut Schmidt. Aber den kann die SPD nicht fürs Kanzleramt nominieren. Vielleicht doch ein Regiefehler: Wenn nun das Publikum draußen auf die Idee kommt, Gabriel-Steinmeier-Steinbrück mit dem Altmeister zu vergleichen?

Der Parteivorsitzende sorgte immerhin für gute Stimmung, indem er die SPD als eine Partei schilderte, die eine Reha-Maßnahme mit Aussichten auf endgültige Gesundung hinter sich gebracht hat. Er umarmte deklamatorisch die Gewerkschaften - und ebenso den Liberalismus sowie "sozialpatriotisch" gesonnene Wirtschaftsmenschen. Sodann versprach er, die SPD werde in Zukunft "weniger versprechen, dies aber halten ". Warten wir es ab - denkbar ist auch, siehe Agenda 2010, daß die SPD uns etwas beschert, was sie gar nicht versprochen hat.

Gesammelte Glossen 2006-2008

 

 
 

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