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Glosse vom 24. Oktober 2011:

PDL: Neues Mitglied

Von Clara Tölle

Es ist geschafft: Zu 97 Prozent stimmten die Delegierten des Parteitags der Linken dem Programmentwurf zu. Und einen erheblichen Aufmerksamkeitserfolg hatte die Partei zu verzeichnen, weil sie – mit einigen Formulierungsproblemen – die Entkriminalisierung des Drogenkonsums fordert. Viele Medien stellten wie auf Absprache einen Zusammenhang her mit einer anderen Forderung der PDL, der nach einem Ende von Kampfeinsätzen der Bundeswehr. Wehrkraftzersetzung also, die per Rauschgift die Kommunisten betreiben wollen…

Die SPD-Führung warf der PDL Diebstahl vor – diese hatte beim Parteitag das sozialdemokratische Erfurter Programm von 1891 rezitieren lassen. Will Peer Steinbrück, gerade vom Spiegel mit Hilfe von Helmut Schmidt ultimativ zum Kanzlerkandidaten ausgerufen, vom Bebelmarxismus selbst wieder agitatorischen Gebrauch machen?

Gregor Gysi nahm beim Parteitag die Bibel zur Hilfe: Jesus, lebte er noch, wäre heute Mitglied der PDL, rief er den Delegierten zu, fügte jedoch vorsichtigerweise hinzu: ein sehr kritisches.

Was sind schon 97 Prozent? Die führenden Zeitungen setzen wieder darauf, daß die PDL von innen her ruiniert wird. Die Frankfurter Allgemeine zitiert einen anonymen Reformer aus der Partei: „Für viele (der Reformer, C.T.) braucht es nur noch wenig, damit sie sich (aus der PDL, C.T.) verabschieden“. Und Spiegel online meldet, ein „führender Vertreter“ (ebenfalls anonym) des „Reformflügels“ habe geäußert: „Dieses Programm will eigentlich niemand.“

„Verhangen in Arbeiterschweiß-Rhetorik“ titelte die taz bei ihrer Kritik an der PDL-Programmatik – was die Vermutung nahe legt, daß Drogengenuß in der Redaktion dieser Zeitung schon legalisiert ist.

Gesammelte Glossen 2006-2008

 

 
 

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Von Clara Tölle

 
 
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