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Glosse vom 13. September 2011:

Behutsam

Von Marja Winken

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat eine Zwischenbilanz des Militäreinsatzes in Libyen bekanntgegeben: Die Operationen seien „fehlerlos“ und „erfolgreich“ verlaufen, „sehr behutsam“ habe man die Waffen verwendet. Der von den NATO-Staaten in den Sattel gesetzte „Libysche Übergangsrat“ bezifferte die Todesopfer dieses Krieges auf bisher 30.000, die Verletzten auf 50.000, dabei handele es sich um Schätzzahlen, mit weiteren Opfern sei zu rechnen. Da die Militärschläge bekanntlich dem „Schutz der Zivilbevölkerung“ dienten, merkte Rasmussen an, über Zivilisten unter den Toten und Verletzten habe man keine „bestätigten Informationen“. Der NATO-Generalsekretär wird diese Aussage ruhigen Gemütes getroffen haben, denn wer weiß schon, ob ein libyscher Zivilist nicht doch irgendwo eine Waffe versteckt hält, also gar nicht als Zivilist gelten darf? Wie sollten angreifende Bomber, Kampfhubschrauber und Drohnen dies überprüfen? Und welche Instanzen wären von der NATO legitimiert, zu bestätigen, daß getötete Zivilisten wirklich immer ganz zivil existiert haben und daß sie zivil geblieben wären, wenn man sie am Leben gelassen hätte?

Wie behutsam die NATO vorgegangen ist, läßt sich doch schon daran erkennen, daß ihre Soldaten die Einsätze sämtlich überlebt haben. So präzise ist heutzutage militärisches Handeln.

Gesammelte Glossen 2006-2008

 

 
 

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