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Glosse vom 04. April 2011:

Die Auftritte der Parteien:
Politik als Schmierentheater

Von M.W.

Die sogenannte Junge Garde der FDP schickt ihren Parteivorsitzenden in die Wüste - weil er sich große Verdienste erworben habe, sagt sie. Und ein vermutlicher Westerwelle-Nachfolger teilt der Presse mit, die Freidemokraten würden sich nun auf ein neues programmatisches Angebot konzentrieren, auf welches, wußte er noch nicht. Die CDU wird sich umbenennen müssen, in „Ökologisch-Christliche Partei“. Ihre bayerische Schwesterpartei wohl sogar in „Radikalökologische Partei“. In der SPD-Spitze herrscht das Gefühl, da könne jetzt eine Angebotslücke entstehen, sie will sich nun industrieparteilich präsentieren. SPD-Prominente und prominente Grüne schimpfen auf den (Noch-)Außenminister, er habe die französischen, britischen und US-amerikanischen Militärpolitiker im Stich gelassen. Diese Parteien könnten demnach in Zukunft als Schutzvereinigungen für deutsche soldatische Ehre auftreten. Bei den Marketing-Neurosen der Parteien insgesamt scheint nichts mehr unmöglich; gebannt richtet sich ihr Blick auf die demoskopischen Eilmeldungen, nervös wählen sie im programmatischen Kostümverleih - da muß doch etwas Attraktives zu finden sein.

Allerdings steckt in alledem ein Risiko: Möglicherweise ist bei den nächsten anstehenden Wahlen das Publikum so verwirrt, daß es gar nicht mehr zu erkennen vermag, welche Partei in welcher Verkleidung steckt. Dann wird die Stimmabgabe zum Ratespiel.

Neben der Bühne steht die Linkspartei, sie hat nicht mitbekommen, was da vorzuführen ist und meint, das Volk wolle Antworten auf die soziale Frage. Aber diejenigen, die sich dies von der Politik wünschen, haben gar keine Neigung zum Theaterbesuch.

Gesammelte Glossen 2006-2008

 

 
 

Die Auftritte der Parteien: Politik als Schmierentheater

Von M.W.

 

 
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