Züruck zur Startseite
 
Seite drucken
 
 
 

Glosse vom 19. Oktober 2010:

Bedrohte Mittelschichtkinder

Woran mag es liegen, daß Mittelschichtkinder ihre Zeit lieber mit Computerspielen oder vor der Glotze verbringen als mit dem Lösen einer Mathematikaufgabe oder dem Erlernen einer Fremdsprache? Daß sie fettige Cheeseburger gesunder Mischkost vorziehen? Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat jetzt herausgefunden, daß das nachbarschaftliche Umfeld entscheidend sei für die Entwicklung von Kindern, „unabhängig davon, welcher sozialen Schicht sie angehören“. Ein negativer „Quartierseinfluß“ tangiere „sogar die soziale Mittelschicht“. In „teureren städtischen Wohngegenden“ hingegen zeigten die Mittelschichtkinder die erwünschten Verhaltensweisen.

Nun steht in Zeiten massiven Sozialabbaus nicht zu erwarten, daß sich an den Lebensraumbedingungen in den billigen Gegenden, wo die Unterschicht haust – um die es in der Studie nicht ging – viel ändern wird. Angehörige der Mittelschicht, die sich einen Wegzug in die teuren Wohnquartiere zunehmend seltener leisten können, bleiben also den negativen Einflüssen des Schmuddelmilieus weiterhin ausgesetzt. Bis sie beizeiten, wen würde das wundern, der „Mittelschicht“ gar nicht mehr zuzurechnen sind. Wenn das eintritt, braucht sich die Bertelsmann-Stiftung auch um sie nicht mehr zu kümmern.

Wir sind nun jedenfalls über gefährdete Mittelschichtkinder belehrt, dank Gütersloher Fürsorge.

Gesammelte Glossen 2006-2008

 

 
 

Quartierseinfluss bedroht Mittelschicht

Von SPE

 
 
Übersicht ...
 
© 2006 by Linkes Forum Paderborn | Design & Redaktion: oneline-design.de | >> Kontakt / Impressum

E-Mail