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Glosse vom 11. Oktober 2010:

Seehofer-Sarrazinade

Von SPE

Vielleicht etabliert sich schon bald eine neue Textgattung: Die Sarrazinade. Bezeichnet würden damit Folgeschriften und -bekundungen im Geist und Stil des großen Erfolgsautors. Eine Kostprobe, wie sich das ausnimmt, lieferte jetzt der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. Mit seiner Forderung nach einem generellen Zuwanderungsstopp für Ausländer „aus fremden Kulturkreisen“, wie Türken oder Araber, will Seehofer Schluss machen mit dem Dümmer-Werden (eine Kernthese Sarrazins), zugleich fordert er „schärfere Sanktionen gegen Integrationsverweigerer“. Über Biologie spricht Seehofer zwar nicht, da bleibt ja auch bei Sarrazin unklar, wann Gene oder die Kultur den Ausschlag für unerwünschte Eigenschaften geben. Auch bleibt beim bayerischen Ministerpräsidenten noch ungeklärt, welchem Kulturkreis das Oktoberfest zuzuordnen ist. Mit dem aus dem 19. Jahrhundert stammenden Begriff „Kulturkreis“ liegt Seehofer aber ganz auf Sarrazin-Linie (schon der bekannte Crash-Theoretiker Samuel Huntington zeigte große Sympathie für die Kulturkreislehre).

Fazit: Die Seehofer-Einlassung verdient das Prädikat „Vielversprechende sarrazinadige Leistung“.


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