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Glosse
vom 26. Juli 2010:
Wer ist der Fünfte?
EMNID
ahnt neue Partei
Von
M.W.
Chancen
für eine „neue konservative Partei“ sieht
Klaus-Peter Schöppner (Bielefeld), Chef der EMNID-Demoskopen.
Vor allem unzufriedene oder schon abtrünnige WählerInnen
der Unionsparteien seien dafür zu gewinnen. „Jeder
fünfte Deutsche“ verspüre laut EMNID-Umfrage
die Neigung, eine solche Partei zu wählen, die unter
dem Namen „Einigkeit und Recht und Freiheit“ auftreten
könne. Und BILD AM SONNTAG ist ganz animiert –
endlich eine Partei, die „Wirtschaft mit Werten“,
„Markt mit Moral“ zusammenbringen und für
„Leistung statt Sozialleistung“ stehen würde,
als Führungsmänner seien Politiker wie Merz, Koch,
zu Guttenberg und Gauck vorstellbar, vielleicht auch Clement.
Ein Sommerspaß aus dem Hause Springer? Oder das Kalkül,
CDU/CSU und FDP einen neuen Partner zu erschaffen?
Aber
der „fünfte Deutsche“ ist ein demoskopisches
Konstrukt, „konservativ“ ein vieldeutiger Begriff.
Auch Schöppner wird ihn nicht zum realen Lebewesen machen
können – den Wähler, dem die CDU nicht christlich
genug, der „Markt“ nicht radikal genug und Deutschland
nicht deutsch genug ist, jedenfalls nicht als 20-Prozent-Typen.
Da hilft auch kein BamSen.


Gesammelte
Glossen 2006-2008
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