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Glosse vom 07. März 2010:

Gott als Arbeitgeber?

Von M.W.

Kirchliche Einrichtungen, Sozialwerke, Krankenhäuser etc. beschäftigen in großer Zahl ArbeitnehmerInnen, Sozialarbeiter, Krankenschwestern und andere. Also sind Lohn- und Arbeitsbedingungen zu vereinbaren, was normalerweise im Rahmen der Tarifautonomie geschieht, aus der sich ein Streikrecht herleitet. In einem Konfliktfall hatte im vergangenen Herbst die Gewerkschaft ver.di zur Arbeitsniederlegung in Einrichtungen des Diakonischen Werkes in OWL aufgefordert. Die Diakonie und andere kirchliche Arbeitgeber klagten dagegen beim Arbeitsgericht Bielefeld, und dieses bestätigte ihnen: In solchen Einrichtungen darf nicht gestreikt werden, es gelten hier kirchliche Sonderrechte. Die Gewerkschaft ver.di will dagegen Berufung beim Landesarbeitsgericht Hamm einlegen. Man darf gespannt sein, wie dieser Grundsatzstreik ausgeht; existieren die Kirchen, was die Tarifautonomie angeht, sozusagen überirdisch?

Interessant eine Äußerung von Pastor Günther Barenhoff, vom Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe: „Gott kann man nicht bestreiken.“ Das wirft die Frage auf, ob Arbeitgeber kirchlicher Art göttliche Eigenschaften haben. Bisher ist eine dahingehende Auslegung des Evangeliums uns jedenfalls nicht bekannt.

Gesammelte Glossen 2006-2008

 

 
 

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