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Glosse
vom 28. Februar 2010:
Eine
Wunschopposition
Von
M.W.
Sigmar
Gabriel, Vorsitzender der größten Oppositionspartei,
zeigt sich sehr besorgt: „Wir haben keine Bundesregierung“,
klagt er. Zu Zeiten der Großen Koalition habe die Kanzlerin
„Verantwortungsbewußtsein gezeigt“, in der
neuen Koalition sei „nichts davon geblieben“.
Deshalb verlangt Gabriel: „Angela Merkel muß beginnen
zu regieren“. Offenbar um der Regierungsfähigkeit
der Kanzlerin Hilfestellung zu geben, hat die SPD im Bundestag,
ihrerseits „verantwortungsbewußt“, wenngleich
nicht mehr mitregierend, dem verstärkten Militäreinsatz
in Afghanistan grünes Licht gegeben. „Burgfrieden“
nannte erfreut und auf 1914 anspielend die „Frankfurter
Allgemeine“ dieses sozialdemokratische Verhalten, und
der Chefredakteur des „Westfalen-Blattes“ kommentierte:
„Das ist Oppositionsarbeit, wie man sie sich wünscht“.
So kommt die SPD zu einem Lob in einer Zeitung, von der sich
gewiß nicht sagen läßt, sie stünde dieser
Partei nahe.


Gesammelte
Glossen 2006-2008
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