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Glosse
vom 11. Januar 2010:
CDU im Streß:
An
Merkel mäkeln
Von
M.W.
Bei
den Christdemokraten rumort es. Die Bundesregierung steht
nicht so gut da, wie sie möchte, und in der Partei mehren
sich die Stimmen, die "mehr Profil" einfordern.
Aber welches? Der NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers,
die kommende Landtagswahl fest im Blick, möchte sich
als Streiter für's Soziale profilieren und der SPD ihren
"Markenkern" wegnehmen - ein CDU-Spitzenmann als
Kämpfer gegen die Hartz-Gesetze. Möglicherweise
hat Rüttgers im Hinterkopf, daß er, wenn er auf
diese Weise die NRW-Wahl gewinnt, auch zu noch höheren
Weihen gelangen könnte.
Anders
einige prominente Parteifreunde, nämlich die Fraktionsvorsitzenden
der CDU in den Landtagen von Hessen, Sachsen und Thüringen.
In einem gemeinsamen Text in der "Frankfurter Allgemeinen
Sonntagszeitung" verlangen sie, recht ungnädig gegenüber
ihrer Parteivorsitzenden, die CDU müsse sich auf die
Wünsche wirtschaftsliberaler und konservativer Wählerschichten
konzentrieren. Angela Merkel habe den Papst kritisiert und
Erika Steinbach im Regen stehen lassen. Jetzt müsse die
CDU wieder fit gemacht werden. Die Stichworte dieser Frondeure:
"Gegen überzogene (soziale) Ansprüche an den
Staat", für "Leistungsbereitschaft und Leistungsanerkennung",
für "deutsche Leitkultur", für ein "christliches
Wertefundament", gegen" "Verfassungsfeinde".
Was all dies in der politischen Praxis bedeuten soll, wird
nicht gesagt, aber die Botschaft ist eindeutig: die Union
soll den "Sozialklimbim" beiseite lassen und wieder
nach rechts hin rücken. Offenbar sind diese Unionisten,
falls Angela Merkel ihrer Aufforderung nicht folgt, auch bereit,
am Stuhl der Kanzlerin zu sägen. Woher jedoch könnten
sie einen Ersatz für diese nehmen? Ein marktradikaler,
zugleich deutschtümelnder wie auch "romtreuer"
Kandidat für's Nachrücken ins Kanzleramt muß
erst geboren werden.


Gesammelte
Glossen 2006-2008
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