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Glosse
vom 07. Dezember 2009:
Im Merkel-Kabinett:
Leid
und Freude
Von M.W.
Wer die Zeitungen aus dem Hause Springer liest, der weiß:
Wenn es so weitergeht mit den Ungeschicklichkeiten im schwarz-gelben
Regierungsgeschäft, dann werden sich BILD und WELT bald
gezwungen sehen, das Kabinett Merkel aus dem politischen Dienst
zu entlassen. Selbst Karl Theodor zu Guttenberg ist nicht
mehr so ganz das, was er in seinem rasanten Aufstieg zum Publikumsliebling
zu sein schien, und über Franz Josef Jung schweigt man
inzwischen besser. Immerhin brachte Stephanie zu Guttenberg
ein bißchen Entlastung: Sie "bezauberte beim Bambi"
(WamS), wo sie ihren gestreßten Gatten bei der Laudatio
auf Uli Hoeneß vertrat, mit der Ansage: "Denken
Sie sich einfach den Verteidigungsminister in dieses Abendkleid".
Eine Verfahrensweise, die freilich beim Einsatz niederer Chargen
im Militärwesen nicht so leicht anzuwenden ist.
"Hoffnung verbreitet die Neue" im Kabinett (WamS),
Kristina Köhler. Schon in ihrem Abituraufsatz hat sie
versprochen , Ehe, Kinder und Karriere unter einen Hut zu
bringen, unter ihren, und nie Feministin zu werden. In knapper
Zeit hat sie den Aufstieg von der Jungunionistin zur Bundestagsabgeordneten
geschafft und nebenher noch eine Doktorarbeit geschrieben,
in der sie die Wertewelt von CDU-Politikern
und CDU-Mitgliedern würdigt. Jetzt ist sie, 32 Jahre
jung, ganz oben, heiratet noch dazu einen Staatssekretär
aus dem Bundesinnenministerium, ebenfalls CDU.
Im WamS-Interview gibt sie Proben ihres Scharfsinnes. Soll
das Ehegattensplitting auch gleichgeschlechtlichen Partnern
zugestanden werden, fragt die WamS. Kristina Köhler räumt
in ihrer Antwort erst einmal ein, daß "auch in
homosexuellen Lebensgemeinschaften Werte gelebt werden",
und nicht nur das: "oft sehr konservative Werte".
Aber eine völlige Gleichstellung mit der Ehe lehne sie
ab, denn: "Aus einer Ehe können Kinder hervorgehen,
aus einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft nicht."
Wer hätte das gedacht.


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Glossen 2006-2008
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