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Glosse
vom 16. Juli 2009:
Marx hinterfragt:
Alles
Aktiengesellschaft?
Von
M.W.
Reinhard
Marx, Erzbischof von München und Freising, früher
Weihbischof in Paderborn, hat sich mit der "Frankfurter
Allgemeinen" über die neue päpstliche Sozialenzyklika
unterhalten. In dem Interview findet sich ein Satz, der kirchlichen
oder kirchennahen "Dienstleistungs"-Betrieben und
ihren "Modernisierern" Kopfzerbrechen bringen könnte:
"Man muß kritisch hinterfragen dürfen, warum
in Deutschland der Begriff der Gemeinnützigkeit offenbar
so in Verruf gekommen ist, daß sich sogar soziale Einrichtungen
in wirtschaftlicher Hinsicht an Aktiengesellschaften orientieren,
also am materiellen Gewinn."
Recht
hat der Mann, und das "dürfen" ließe
sich durch "müssen" ersetzen - aber vielleicht
wäre damit so manchem Sozialmanager schon zu viel zugemutet.
Und weiterzufragen wäre, welche Interessenten denn ganz
systematisch den "Verruf der Gemeinnützigkeit"
betrieben haben, überall dort, wo materieller Gewinn
winkt. Mit angeblichen Zwängen der "Betriebswirtschaft"
auch bei karitativen Diensten beginnt die Verwandlung zur
Aktiengesellschaft.


Gesammelte
Glossen 2006-2008
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