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Glosse
vom 31. Mai 2009:
Steinmeier - wofür
er steht
Von
M.W.
Der
jüngsten Ausgabe des SPD-Mitgliedermagazins vorwärz
ist eine Art Werbeplakat beigelegt. Auf der einen Seite ein
Großfoto des SPD-Bundeskanzlerkandidaten, von dem überwiegend
sein piekfeiner dunkler Anzug zu sehen ist, wie eine Präsentation
für erstklassige Herrenkleidung. Auf der anderen Seite
ein politisches Portrait Steinmeiers, der - so die Überschrift
- "den Realismus des Politikers mit der visionären
Kraft des Gestalters verbindet". Als "graue Eminenz
im Berliner Kanzleramt" (unter Gerhard Schröder)
sei Steinmeier "der Architekt der Agenda 2010, von deren
Früchten Angela Merkel lange zehrte, bis die Krise kam."
Aber nun trete der Kandidat mit seinen Verdiensten ins Licht
der Öffentlichkeit, "vor geladenen Honoratioren"
habe er neulich beim Düsseldorfer Ständehaustreffen
erklärt, "warum die Agenda 2010 nötig und richtig
war". Und da sei "Beifall aufgebrandet" beim
Publikum - "hochkarätigen Vertretern des Düsseldorfer
schwarz-gelben Geld- und Bedeutungsadels, Industrie- und Wirtschaftskapitänen,
Bankern, Immobilienmaklern."
Uns
wundert das nicht, ebenso wenig, daß die CDU-Vorsitzende
"Früchte zehrte" von der Schröder-Steinmeier
Reform. Verwunderlich jedoch, daß den SPD-Mitgliedern
ihr Spitzenmann mit dem Argument hochgelobt wird, dessen Werk
habe der CDU-Spitzenfrau Nutzen gebracht und finde jetzt Beifall
beim "Geldadel". Ob der Text da etwas verwechselt
hat und meint, Steinmeier wolle schwarz-gelber Kanzler werden?


Gesammelte
Glossen 2006-2008
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