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Glosse
vom 16. Februar 2009:
Wirtschaftspolitik
- jetzt bodenständisch
Von
M.W.
Was "den Kern der Sozialen Marktwirtschaft" ausmache,
fragte die Frankfurter Allgemeine den neuen Bundeswirtschaftsminister.
Dieser antwortete: "Wettbewerb", und der dürfe
"nicht als Bedrohung gesehen" werden, sondern als
"Triebfeder für den Fortschritt, als Element der
Freiheit". Der gegenwärtige Diskurs darüber
sei in eine "Schieflage" geraten, "das Wort
Gerechtigkeit erfreut sich großer Beliebtheit, viele
haben sich in der Umverteilungsgerechtigkeit wohlig eingerichtet".
Zum Sozialen an der Sozialen Marktwirtschaft fiel Karl-Theodor
zu Guttenberg nichts ein. Er wird es also für seinen
Auftrag halten, aus der ideellen "Schieflage" hinauszuführen,
das Reden von der Gerechtigkeit einzudämmen und "wohliges
Einrichten" (im Sozialstaat, so darf man ihn verstehen)
zu beenden. Die Frankfurter Allgemeine zitiert Guttenberg
mit seinem "Grundanspruch": "Mit beiden Füßen
auf dem Boden zu stehen". Und sie bringt ein Foto mit
dem Titel "Solides Elternhaus". Das Schloß
der Guttenbergs ist da zu sehen, und an Boden fehlt es ihnen
offenbar nicht. So ist die Wirtschaftspolitik nun in feudaler
Obhut. Wieviel Räume das "solide Elternhaus"
hat, wußte Karl-Theodor allerdings nicht zu sagen; die
habe nie jemand gezählt.


Gesammelte
Glossen 2006-2008
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