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Glosse
vom 20. Januar 2009:
Die Ypsilon-Geschichte
Von M.W.
Irgendwann,
so nehme ich an, wird die Geschichte geschrieben werden, wie
in früheren Zeiten die Medienkonzerne Politik machten
und locker in der Lage waren, eine Politikerin fertigzumachen.
Andrea Ypsilanti kann dann als Musterfall behandelt werden.
Nach
dem Rücktritt des Haßobjektes trat die Frankfurter
Rundschau noch mal nach und verabschiedete sich von "der
verbissenen Kandidatin einer linken Minderheit": Nicht
nur "Wortbruch", sondern auch "Arroganz und
Ignoranz, der Versuch, die Macht um jeden Preis zu erreichen"
seien die bösen Merkmale der Y-Politik gewesen. Und hochzufrieden
wußte diese Zeitung von der SPD-Wahlparty im Berliner
Willy-Brandt-Haus zu berichten, Applaus habe es dort nur einmal
gegeben: als Ypsilanti in Wiesbaden vor der Presse bekanntgab,
sie werde auch als Landes- und Fraktionsvorsitzende nicht
mehr weitermachen. Sozialdemokraten wissen eben, was zu tun
ist, wenn die Meinungsmacher den Daumen nach unten drücken.
Das
Beste wird sein, die SPD richtet eine Bad Bank ein: für
massenmedial in Mißkredit gebrachte Genossinnen und
Genossen.
Vielleicht
ist demnächst auch die SPD-Spitzenfrau in NRW dafür
fällig. Schon wird sie (weil sie eine Kooperation mit
der Linkspartei nicht rigoros genug ausgeschlossen hat) "Kraftilanti"
genannt.


Gesammelte
Glossen 2006-2008
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