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Glosse
vom 21. Dezember 2008:
Springer-Sorge um die
SPD
Von
P.S.
Nach wie vor werden parteipolitische Karrieren und damit auch
Weichenstellungen der Koalitionspolitik hierzulande massenmedial
"betreut" - und dies vor allem durch die Zeitungen
aus dem Hause Springer. Fürsorglich kümmert sich
dieser Konzern insbesondere um die SPD. Die Abhalfterung von
Kurt Beck als Parteivorsitzendem und die Demontage von Andrea
Ypsilanti als Koch-Konkurrentin waren Beispiele dafür.
Der Wiedereinstieg von Franz Müntefering in die SPD-Spitze
wurde von den Springer-Zeitungen wohlwollend begleitet. Aber
da deutet sich mit der Jahreswende ein Wechsel an. "Was
macht eigentlich Müntefering?" fragt ein Leitartikel
in der jüngsten Ausgabe der "Welt am Sonntag"
und endet in einer weiteren Frage: "Hat die SPD wieder
den falschen Vorsitzenden?" Autor des Artikels ist nicht
irgendwer, sondern Thomas Schmid, einst schreibender "revolutionärer
Kämpfer" und inzwischen Chefredakteur von "Welt"
und "Welt am Sonntag". Schmid sieht die SPD vor
der Entscheidung für eine Fortsetzung der Großen
Koalition nach der nächsten Bundestagswahl oder für
"einen Schritt nach links". Welche der beiden Optionen
im Hause Springer Gefallen findet, liegt auf der Hand, und
Franz Müntefering wird sich anstrengen müssen, seine
Partei auf diesen Springer-Kurs zu verpflichten. Derzeit,
so meint Schmid, gingen von ihm diesbezüglich "keine
Impulse aus". Also, "Münte", klarer Kurs
in Richtung Juniorpartnerschaft mit Angela - sonst werden
wir es bald erleben, daß die Springer-Zeitungen wieder
einmal einen neuen SPD-Vorsitzenden küren.


Gesammelte
Glossen 2006-2008
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