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Glosse
vom 15. September 2008:
Merz taucht ab
Von
M.W.
Der
CDU-Politiker Friedrich Merz hat angekündigt, bei der
nächsten Bundestagswahl werde er nicht wieder kandidieren.
Bis Angela Merkel ihn ausbremste, galt er als Star seiner
Partei., zu höchsten Ämtern berufen., aber Merz
ist nicht der Mann, der sich mit einer Rolle im zweiten Glied
begnügen könnte. Der sogenannte Wirtschaftsflügel
der Union bedauert den Rückzug seines schneidigsten Vertreters.
Vor der FDP-Bundestagsfraktion hielt Merz jetzt noch einmal
eine Gastrede und schlug mächtig auf die Pauke: Der sozialstaatlichen
Verschwendung müsse schärfer zu Leibe gerückt
werden, die "Sozialpolitiker" seien es, die "mit
immer mehr Geld Probleme schaffen, die sonst gar nicht da
wären". Zur FDP will Merz aber nicht überwechseln,
auch ein Sauerlandtrip mit Guido Westerwelle hat ihn dazu
nicht animieren können. Vielleicht, so mag der Landsmann
von Franz Müntefering denken, holt ihn die CDU später
mal in ihre Spitze zurück? Vorerst wird der Parteifreund
Jürgen Rüttgers, der "Arbeiterführer"
in NRW, zufrieden darüber sein, daß Merz nicht
mehr stört bei den Bemühungen, die CDU mit dem Image
zu versehen, sie sei sozialer als die Sozialdemokratie.
Anerkennende
Worte fand Merz bei seinem FDP-Auftritt übrigens für
eine Studie der Chemnitzer Wirtschaftswissenschaftler Thießen
und Fischer. Die beiden haben herausbekommen, daß der
Hartz-IV-Regelsatz von 351 Euro monatlich zu üppig ist.
Mit 132 Euro minimal bis 278 Euro maximal, so ihr Forschungsergebnis,
sei gut auszukommen. Wie wäre es denn, wenn Friedrich
Merz das mal probiert? Gönnen wir ihm dafür ruhig
den Maximalsatz.


Gesammelte
Glossen 2006-2008
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