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Glosse
vom 31. August 2008:
Endlich angekommen
Von
M.W.
Der
Bielefelder Monumentalhistoriker Hans-Ulrich Wehler hat viele
Jahre hindurch darunter leiden müssen, daß ihn
die konservative Geisteswelt des Linksdralls verdächtigte.
Zu Unrecht, wie sich aus manchen Äußerungen des
emeritierten Erfolgswissenschaftlers bereits seit geraumer
Zeit erkennen ließ. Anläßlich des Erscheinens
des 5. Bandes seiner "Deutschen Gesellschaftsgeschichte"
ließ Wehler sich nun von der "Neuen Westfälischen"
interviewen, zum Titel machte die Zeitung seinen Ausspruch
"Mir ist die rote Diktatur so gräulich wie die die
braune". Was will man mehr? Wehler bestätigte dem
Interviewer, daß er im jüngsten Band seines Werkes,
wo nun die DDR-Geschichte Thema ist, "polemischer, schärfer,
unduldsamer" geurteilt habe als in den vorhergehenden
Bänden (in denen u.a. die NS-Zeit behandelt ist). Über
die "Frontgeneration" Hitlerdeutschlands äußert
sich Wehler in dem Interview wie folgt: "Die Nationalsozialisten
... haben eine Leistungsbereitschaft mobilisiert, ohne die
man nicht sechs Jahre lang gegen die halbe Welt hätte
Krieg führen können. Es bedurfte nur der Entnazifizierung
dieser Leistungsmentalität. Leistungswillen brachten
die jungen Infanterieoffiziere, Panzer- und U-Boot-Kommandanten
mit, was unmittelbar der sozialen Marktwirtschaft zugute kam."
Da können wir aber glücklich sein, daß die
Nazis für die Bundesrepublik Deutschland so gute Frühsozialisation
geleistet haben. Was hätte aus dem neuen (West-) Deutschland
werden sollen ohne die militärtrainierten Draufgänger?
Die Gesellschaft der Bundesrepublik - ein verdienstvolles
Werk des ehemaligen jungen Offizierskorps des Führers!


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Glossen 2006-2008
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