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Glosse
vom 08. August 2008:
Clement und die SPD:
Absurdistan
Von
M.W.
Die sozialdemokratischen Parteioberen sind (wie lange wohl?)
glücklich - Parteifreund Clement sei "einen Schritt
zugegangen" auf seine parteiinternen Kritiker, er habe
sich "versöhnlich" gezeigt. Und auch an der
Basis im Ruhrgebiet und in Hessen will man nun "zugehen
auf Clement"; der habe sich "ausdrücklich entschuldigt"
und versprochen, in Zukunft "die Parteiregeln einzuhalten",
da sei ein Parteiausschluß völlig überflüssig.
Offenbar ist in der SPD, aus lauter Schrecken vor weiteren
Zornesausbrüchen ihres Ex-Superministers, eine Hör-
und Sehschwäche eingetreten. Denn tatsächlich hat
Clement in seinen neuesten Medienauftritten erklärt:
1. zu einer Entschuldigung habe er gar keinen Grund, 2. die
Parteiregeln habe er ja gar nicht verletzt, und 3. werde er
sich selbstverständlich bei nächster Gelegenheit
wieder genauso verhalten wie vor der Landtagswahl in Hessen.
Bedauert hat er lediglich, daß Parteigenossen ob seiner
Schelte für die hessische SPD sich getroffen fühlten.
Für solche "Emotionen" (Clement) wird der Verfechter
der Atompolitik und Bekämpfer eines "Linkskurses"
gewiß neue Anlässe schaffen. Hier ein Vorschlag,
wie das Problem zu lösen wäre: Die SPD beschließt,
daß Parteistatut, Schiedskommissionen etc. immer dann
außer Kraft gesetzt sind, wenn es um das Verhalten von
Parteiprominenten geht. Ferner, daß diese, wenn ihnen
Be- oder Entschlüsse von SPD-Landesverbänden, Parteitagen
usw. nicht gefallen, vor der Wahl der eigenen Partei warnen
dürfen. Irgendjemand muß dann festsetzen können,
wer zu dieser Parteiprominenz zu zählen ist. Dafür
wäre Wolfgang Clement geeignet, soviel Zeit werden ihm
seine Tätigkeiten für RWE etc. lassen. Und damit
endgültig Ruhe herrscht, könnte die SPD verfügen:
Wer nach dem Ausschluß von Clement begehrt, wird aus
der Partei ausgeschlossen.
Übrigens hat sich Hannelore Kraft, SPD-Landesvorsitzende
in NRW, Clement als "prominenten Wahlhelfer" für
die demnächst anstehenden Kommunal-, Europa-, Landes-
und Bundeswahlen gewünscht. Endlich einmal eine Politikerin
mit Sinn für schwarzen Humor!


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Glossen 2006-2008
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