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Glosse vom 24. Juli 2008:

Professor Ackermann hoch im Kurs

von SPE

Was haben Max Born, Martin Buber, Paul Tillich, Theodor W. Adorno, Jürgen Habermas und Josef Ackermann gemeinsam? Ganz einfach: Sie alle lehrten oder lehren an der Frankfurter Goethe-Universität. Zugegeben: Der zuletzt Genannte, Deutsche Bank-Chef Ackermann, ist erst jüngst als Honorarprofessor in den Gelehrtenreigen aufgenommen worden. Das große Kapital kolonisiert den universitären Diskurs, könnte man mit Habermas sagen, der zu seinem Glück schon im Ruhestand ist und das nicht mehr vor Ort erleben muss.

Den Vorgang kennt man nun schon seit einiger Zeit. Seit der neoliberalen Öffnung der Universitäten für »Exzellenzen« aus der Privatwirtschaft, tummeln sich vermehrt externe Manager-»Eliten« an den gehobenen Bildungseinrichtungen – und entscheiden über deren Belange nicht selten an zentraler Stelle mit. Zugleich wird die universitäre Selbstverwaltung schrittweise abgebaut.

Der ASTA der Uni Frankfurt zeigt sich im Falle der Berufung Ackermanns entsetzt. Ackermann vertrete eine »neoliberale Wirtschaftspolitik«, die die Spaltung in Arm und Reich vorantreibe. Die ASTA-VertreterInnen sehen den Senatsentscheid auf einer Linie mit einer jüngst durch den britischen Finanzinvestor »3i« eingerichteten Stiftungsprofessur. – Der Frankfurter Unipräsident Rudolf Steinberg lobt hingegen die Personalentscheidung: Sie biete »eine hervorragende Basis für die weitere Verknüpfung von Theorie und Praxis«. – Theorie ganz praktisch: Als Spekulationsobjekt für das Finanzkapital.

Gesammelte Glossen 2006-2008

 

 
 

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