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Veranstaltung des Linken Forums Paderborn

Kirche. Macht. Politik:
Benedikt XVI. - Ein Papst und seine Tradition
 

Vortrag und Diskussion mit

Dr. Gerhard Feldbauer, Poppenhausen

Donnerstag (!!), 08. Juli 2010 -
20:00 Uhr

Kulturwerkstatt, Cafeteria
 

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Gerhard Feldbauer:


Dr. Gerhard Feldbauer, Historiker und Publizist, Jahrgang 1933, arbeitete viele Jahre für das Neue Deutschland in Italien und Indochina als Auslandskorrespondent. Er hat mehrere Bücher zur Geschichte Italiens verfasst und schreibt derzeit für verschiedene deutsche und europäische Zeitschriften. Aktuell seine letzte Buchveröffentlichung: „ Der Heilige Vater. Papst Benedikt XVI. und seine Tradition“, Köln 2010


Zum Thema:

Großkirchen sind auch Imperien „von dieser Welt“, darauf ausgerichtet, politische Interessen durchzusetzen und Macht auszuüben. Vor fünf Jahren wurde Joseph Ratzinger zum Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche gewählt. „Wir“ waren Papst. Zum fünfjährigen Pontifikat gab es auch zahlreiche kritische Reaktionen.

In welchen politischen Traditionen bewegt sich Papst Benedikt XVI.? Wie steht es um das geschichtliche Erbe des Vatikans? Dazu spricht ein Kritiker: Dr. Gerhard Feldbauer, Historiker und Publizist.


Presseecho:


Neue Westfälische vom 10.07.2010:

„Reaktionärster Papst der Neuzeit“

Gerhard Feldbauer stellt sein neuestes Buch beim Linken Forum in Paderborn vor

Paderborn. Mit Hinblick auf Joseph Alois Ratzinger, seit April 2005 Papst Benedikt XVI., äußerte die prominente Kirchenkritikerin Uta Ranke-Heinemann unlängst: „Ein Papst ist dazu verdammt, der ewig Gestrige zu bleiben.“

Ähnlich die Einschätzung des Historikers und Publizisten Gerhard Feldbauer bei der Vorstellung seines jüngsten Buches „Der heilige Vater. Benedikt XVI. - ein Papst und seine Tradition“ beim Linken Forum Paderborn: „Mit Ratzinger amtiert der reaktionärste Papst der Neuzeit.“ Der Italienexperte Feldbauer, der sich mit einer Arbeit zum italienischen Faschismus habilitiert hat, weiß, wovon er spricht. Detailgenau hat er den Lebensweg Ratzingers vom einstigen Reformtheologen beim „Zweiten Vatikanischen Konzil“ über seine fast 25-jährige Tätigkeit als Präfekt der „Kongregation für Glaubensfragen“, der Nachfolgeorganisation der „Heiligen Inquisition“, bis zu seinem Pontifikat kritisch nachgezeichnet.

Papst Johannes Paul XXIII. hatte mit den Konzilsbeschlüssen beim so genannten „Zweiten Vatikanum“ (1962-65) berechtigte Hoffnungen auf die Reformierbarkeit der katholischen Kirche geweckt. Neuerungen wie das Bekenntnis zur Religionsfreiheit oder die Absage an den Antijudaismus sollten eine Öffnung der Kirche zur Welt hin bewirken. Ratzinger, so Feldbauer, habe sich damals durchaus als Reformtheologe profiliert, wichtige Konzilsdokumente hätten seine Handschrift getragen. Feldbauer: „Damit war es seit dem Schock von 1968 vorbei, als rebellische Studenten dem Hochschullehrer Ratzinger das Wort entzogen.“ Die einstigen Reformgedanken seien sehr bald reaktionären Positionen gewichen. Beim Thema Glaubensfreiheit seien die Konzilserrungenschaften Stück um Stück einkassiert worden: Abschätzig weise Ratzinger etwa den evangelischen Kirchen den Rang von „Glaubengemeinschaften“ im Unterschied zur einzig wahren katholischen Kirche zu. Auslassungen zum Islam bei seiner „Regensburger Rede“ im September 2006 wiesen, so Feldbauer, in die gleiche Richtung.

Mit Ratzingers Rückzug bei der Exkommunizierung von Bischöfen der „Pius-Bruderschaft“, mit intensivierten Beziehungen zum umstrittenen „Opus Dei“ oder mit der Massenseligsprechung von 491 „Kreuzrittern Francos“, Sympathisanten der faschistischen Diktatur in Spanien, betreibe Papst Benedikt eine „geistige Gegenoffensive“, einen „Roll-Back“. Auf die Frage aus dem Publikum, ob denn die katholische Kirche noch reformierbar sei, meinte Feldbauer: „Da bedürfte es schon einer – ziemlich unwahrscheinlichen – Reformation wie zu Zeiten Luthers.“
Papstkritiker: Dr. Gerhard Feldbauer stellte beim Linken Forum seine jüngste Buchveröffentlichung zu Benedikt XVI. vor, links Moderatorin Dr. Ingeborg Philliper.

© 2010 Neue Westfälische, Samstag 10. Juli 2010

 

 
 

Vortrag und Diskussion mit
Dr. Gerhard Feldbauer

 
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