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Veranstaltung
des Linken Forums
Paderborn
| "Bei
Adolf wärst du vergast worden..." |
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Vortrag
und Diskussion mit Filmdokumenten
Robert
Krieg und Paul Brune

Dienstag, 11. Mai 2010
um 20:00 Uhr

Kulturwerkstatt,
Cafeteria |
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Robert Krieg und Paul Brune:
Robert Krieg, Jahrgang 1949, Soziologe, Autor
und Filmemacher, Köln
Paul Brune war von 1943 bis 1957 zwangspsychiatrisiert
und wurde nach 60 Jahren als Opfer der NS-„Rassenhygiene“
anerkannt.

 
Zum Thema:
Hunderttausende von Menschen wurden im „Dritten Reich“
zu Opfern einer Politik der „Rassenhygiene“, durch
„Euthanasie“ oder Zwangssterilisierung und Wegsperren.
Die juristische Grundlage dafür war das „Gesetz
zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ von 1934.
Der 8. Mai 1945 machte den Mordaktionen ein Ende, aber noch
über Jahre hin wirkte in der Psychiatrie und im Alltagsbewusstsein
die Lehre vom „lebensunwerten Leben“ weiter.
Über diese Geschichte organisierter Menschenverachtung
berichten anhand von Lebensschicksalen, Aufzeichnungen von
Betroffenen und Filmdokumenten Robert Krieg (Köln) und
Paul Brune (Bochum).
Das Thema hat seine lokalen Bezüge, u.a. durch den Paderborner
Moraltheologen Joseph Mayer, der „schlechte Erbmasse“
dem „unfruchtbar machenden Messer auszuliefern“
empfahl.

 
Presseecho:
vom 14.05.2010:
Erlebte
„Rassenhygiene“
Ein
Krieg gegen Kinder
Gestützt
auf das 1933 beschlossene „Gesetz zur Verhütung
erbkranken Nachwuchses“ führte der NS-Staat einen
mörderischen Feldzug gegen Kinder, die als körperlich
und geistig „minderwertig“ stigmatisiert wurden,
Hunderttausende wurden umgebracht oder zwangssterilisiert
und einer menschenverachtenden „Heimunterbringung“
ausgesetzt. Darüber berichteten im „Linken Forum
Paderborn“ der Autor und Filmemacher Robert Krieg sowie
Paul Brune (Jahrgang 1935), der seine Kindheitsjahre in solchen
Anstalten zubringen musste, zum „Schwachsinnigen“
erklärt, zum „Träger verdorbener Gene“
(er hat später das Abitur nachgemacht und studiert).
„Rassenhygiene“ mit brutalen Konsequenzen, das
legte Brune dar, wurde schon vor 1933 propagiert, und nicht
nur von Nazis. Ausführlich zeigte er das am Beispiel
des bis 1945 in Paderborn lehrenden katholischen Moraltheologen
Prof. Dr. Joseph Mayer, der für massenhafte Sterilisation
und Kastration eintrat, um „Dämme gegen die Flut
der Minderwertigen zu errichten“ und den „Gang
der natürlichen Auslese“ wiederherzustellen.
An
persönlichen Beispielen wurde bei dem Vortragsabend auch
deutlich, wie lange noch nach 1945 die Lehren und Lehrer der
„Rassenhygiene“ weiterwirken konnten, „Bewältigung
der Vergangenheit“ zog sich in dieser Hinsicht über
Jahre hin. Paul Brune selbst wurde erst im Jahre 2003 als
Opfer des NS-Regimes behördlich anerkannt. Über
Jahre hin werteten ihn die Behörden als „Querulanten“,
der kein Gras wachsen lassen wollte über eine grauenerregende
Vergangenheit. Dennoch – „ich habe Glück
gehabt“, sagte sarkastisch Brune, „was ist Niedermarsberg
gegen Auschwitz“.
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