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Veranstaltung
des Linken Forums
Paderborn
| "Kapitalismus
ist mehr als Ökonomie..." |
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Emotionale
Verarmung, Ent-Zivilisierung, Verlust geistiger Orientierung
- "Verelendung" hat viele Seiten.

Diskussion mit
Dr.
Werner Seppmann, Haltern

Donnerstag ! , 08. Oktober 2009
um 20:00 Uhr

Kulturwerkstatt, Kleinkunstsaal |
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Werner Seppmann:
Dr. Werner Seppmann, Sozialwissenschaftler und Publizist,
Jahrg. 1950; nach Berufstätigkeit Studium der Philosophie
und Soziologie; langjährige Zusammenarbeit mit Leo Kofler;
Mitherausgeber der "Marxistischen Blätter".
Zusammen mit Eckehard Lieberam Leitung des Projekts: Klassenanalyse
BRD im Rahmen der Marx-Engels-Stiftung, Wuppertal. Zahlreiche
Veröffentlichungen zur Marxismus-Forschung, Sozialstruktur-analyse,
historisch-dialektischer Methodologie, Ideologiekritik, Sozialphilosophie
und Kultursoziologie. Zuletzt: "Kultur und Widerstand"
in Marxistische Blätter, 08/2009

 
Zum Thema:
Die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise hat die
Auseinandersetzung mit dem "Modell" Kapitalismus
wieder zum Thema gemacht - aber geht es dabei nur um ökonomische
Probleme?
Was weiß marxistische Kapitalismuskritik auszusagen
über emotionale Verarmung, Ent-Zivilisierung, den Verlust
geistiger Orientierung? "Verelendung" hat viele
Seiten.

 
Presseecho:
vom 09.10.2009
Verelendung kein gesellschaftliches Randphänomen
Werner
Seppmann beim Linken Forum über "kulturellen Verfall"
(lifo)
"Unterschicht" und "Prekariat": Die Ausbreitung
einer "neuen Armut" in der insgesamt reichen Bundesrepublik
ist längst ins allgemeine Bewusstsein vorgedrungen. Aber
ist nur eine materiell "abgehängte" Gruppe
sozial Deklassierter (das so genannte "untere Drittel")
betroffen? Nein, sagt der Sozialwissenschaftler und Publizist
Dr. Werner Seppmann, der beim Linken Forum zum Thema "Kapitalismus
ist mehr als Ökonomie" referierte. Seppmann diagnostiziert
einen allgemeinen "zivilisatorischen Rückbildungsprozess",
der heute alle "gesellschaftlichen Stockwerke" erfasse.
"Nicht nur die sozialen Ungleichheiten haben zugenommen,
auch die soziale Unsicherheit hat sich verallgemeinert. Sozial
erzeugte Angst ist zu einer prägenden Sozialerfahrung
geworden. Bis weit in die Reihen einer ehemals "gut situierten"
Mittelschicht hinein existieren die Absturzängste."
Mit
verheerenden Folgen. Während Erwerbslosigkeit als ein
"schleichendes Sterben" zu charakterisieren sei,
sei in der Arbeitswelt das "Burnout-Syndrom" als
Folge stetig anwachsenden Leistungsdrucks immer häufiger
anzutreffen, verbunden mit einem permanenten Gefühl der
Überforderung und Perspektivlosigkeit. Seppmann berichtete
von einem befreundeten Psychologen, der auch Topmanager berät:
Letztere seien nicht selten "psychisch zerstört",
auch wenn man der aufrecht erhaltenen "selbstsicheren
Fassade" dies nicht anmerke. Seppmann sieht auch den
viel diskutierten steigenden Konsum von Kinderpornographie
im Zusammenhang mit einem zivilisatorisch-kulturellen Verfall:
Er bezeichne die "wachsende Unfähigkeit, auf Augenhöhe
geschlechtliche Beziehungen aufzunehmen".
Karl
Marx hatte die kapitalistische Konkurrenz als "Säurebad
der Gesellschaft" bezeichnet. In Zeiten eines forcierten
globalen Wettbewerbs scheint sich diese Einschätzung
in ihrer ganzen Dramatik zu bestätigen.
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