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Veranstaltung
des Linken Forums
Paderborn:
Dienstag, 09. Dezember 2008
»Die
Liebe für schöne Frauen und die Liebe für die
französische Revolution«


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Heinrich-Heine-Textfolge
von Rolf Becker und Claus Bremer

Lesung mit dem bekannten Schauspieler Rolf Becker

Dienstag, 09. Dezember 2008
20:00 Uhr

Kulturwerkstatt, Cafeteria
Bahnhofstr. 64 in Paderborn
Foto: F.-J. Lunatschek
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"Es
ist alles still, wie in einer verschneiten Winternacht. Nur
ein leiser, monotoner Tropfenfall. Das sind die Zinsen, die
fortlaufend hinabträufeln in die Kapitalien, welche beständig
anschwellen; man hört ordentlich, wie sie wachsen, die
Reichtümer der Reichen. Dazwischen das leise Schluchzen
der Armut. Manchmal auch klirrt etwas, wie ein Messer, das gewetzt
wird."
(Heinrich
Heine)
"Bei
der heute herrschenden, beschränkten und oberflächlichen
Auffassung der bürgerlichen Literaturgeschichte, die längst
alle feineren und tieferen Maßstäbe für die
Wertung historischen Geistesleben verloren hat, müssen
wir auf den Einwand gefasst sein, dass wir Heine zum Politiker
verkrüppeln, dass wir ihn auf ein Parteiprogramm verpflichten
wollten. Fällt uns aber gar nicht ein. Heine war kein Politiker,
sondern ein Poet, und zwar ein großer Poet. (
) Wer
aber den revolutionär Heine verleugnet, der hat kein Recht,
mit dem Dichter Heine zu prahlen; wer seinen Bogen zerbricht,
darf seine Leier nicht schmücken; wer die zum Leben ringende
Welt verdammt, sollte ihren genialen Propheten nicht auf den
Schild erheben." (Franz Mehring)

 
*
Rolf Becker,
Schauspieler, 1935 in Leipzig geboren und in Schleswig-Holstein
aufgewachsen, studierte nach seinem Abitur Schauspiel an der
Otto-Falkenberg-Schule in München. Seit 1971 ist er künstlerisch
in Hamburg zu Hause, wo er bis heute auf der Bühne steht.
Seit den sechziger Jahren ist der Mann mit den markanten Gesichtszügen
einem breiten Fernsehpublikum bekannt.
Veranstaltung
mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW.

 
Presseecho:
Neue Westfälische vom 12.12.2008:
Unbequem
und aktuell
Rolf Becker rezitiert Heinrich Heine
Paderborn
(NW). Ein knappes Vierteljahrhundert stritt man in der NRW-Landeshauptstadt
um die Neubenennung der dortigen Hochschule in Heinrich-Heine-Universität.
Der romantisch inspirierte Dichter, europäische Reisejournalist,
hegelianisch geschulte Aufklärer und scharfzüngige
Polemiker gegen die preußische Restauration, war zwar
der größte Sohn Düsseldorfs, zugleich aber ein
unbequemer Zeitgenosse, der an seinem Lebensende in Anbetracht
unvorstellbaren sozialen Elends den Kommunismus herbeisehnte.
Auf Einladung des Linken Forums erwies sich der bekannte Schauspieler
Rolf Becker als meisterhafter Heine-Rezitator.
Vieles
aus dem lyrischen Werk von Heine gehörte bis 1933 zum festen
Literaturbestand in Deutschland. Unter dem NS-Regime waren seine
Schriften verfemt, aber sein Lied von der Loreley längst
so eingewöhnt, dass es nicht zu verdrängen war und
als Volkslied überliefert wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg
musste unter deutschen Zuständen Heine erst mühsam
wiederentdeckt werden.
Becker
wechselte die Tonlagen, von zartfühlend über humorvoll
bis emphatisch: Wie im Spottgedicht auf den kleinkarierten Patriotismus
im König Langohr: Ich bin ein Esel, und will
getreu, / Wie meine Väter, die Alten, / An der alten, lieben
Eselei, / Am Eseltume halten.
Wie
hätte der Dichter wohl auf die deutsche Leitkultur-Debatte
reagiert? Sicher hätte er solcher Tümelei die Eselsohren
langgezogen. An Heine, das machte Becker deutlich, ist nichts
verstaubt.
©
2008 Neue Westfälische, Freitag 12. Dezember 2008
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»Die
Liebe für schöne Frauen und die Liebe für die
französische Revolution«



Heinrich Heine 1829, Quelle Gidal,
S. 215
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Heinrich-Heine-Textfolge
von Rolf Becker und Claus Bremer |
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